Weltpolitik

Rebellengruppen wollen an Syrien-Gesprächen teilnehmen

An den Friedensgesprächen zu Syrien in der kasachischen Hauptstadt Astana wollen auch mehrere syrische Rebellengruppen teilnehmen. "Alle Rebellengruppen gehen hin. Alle haben ihr Einverständnis gegeben", sagte ein Anführer der einflussreichen islamistischen Rebellengruppe Jaish al-Islam, Mohammad Allush, am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Die Gespräche in Astana seien Teil eines Prozesses, um das Blutvergießen "durch das Regime und seine Alliierten" zu stoppen. Auch andere Rebellenführer machten deutlich, dass sie an den Gesprächen in Astana teilnehmen wollten. Formelle Friedensverhandlungen für Syrien unter der Schirmherrschaft der UNO sind für den 8. Februar in Genf geplant.

Auch der Sprecher der Rebellengruppe Fastaqim, Zakaria Malahifji, bestätigte gegenüber der dpa, dass eine Mehrheit der Milizen sich dafür ausgesprochen habe, nach Astana zu reisen. Die Entscheidung sei nach tagelangen Verhandlungen mit Vertretern der türkischen Regierung in Ankara gefallen.

Allerdings gibt es unter den Rebellen gegen die Teilnahme auch Widerstand. So seien die radikal-islamische Gruppe Ahrar al-Sham und andere Milizen dagegen, meldete die oppositionelle Nachrichtenseite Shaam Network.

Der Berater der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), Osama Abu Zaid, sagte, in Astana solle ausschließlich über die seit Ende Dezember geltende Waffenruhe und die Verletzungen von Seiten der syrischen Führung gesprochen werden. Die seit dem 30. Dezember geltende Waffenruhe hält weitgehend. Ausgenommen von ihr ist der Kampf gegen die Islamistenmiliz IS.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe am Montag mit seinem kasachischen Kollegen Kairat Abdrachmanow über die Konferenz beraten, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Außerdem liefen Gespräche zwischen dem Ministerium und UNO-Vertretern.

Die Gespräche in Astana werden unter der Federführung Russlands, der Türkei und des Iran vorbereitet. Sie sollen am 23. Jänner stattfinden, drei Tage nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Moskau hat auch das Team von Trump zu den Gesprächen in Kasachstan eingeladen. Es ist noch unklar, welche Rolle die USA unter Trump im Syrien-Konflikt einnehmen werden. Der Militäreinsatz Russlands an der Seite des syrischen Machthabers Bashar al-Assad hatte den Einfluss der USA in dem Konflikt weiter verringert.

Bei Gefechten zwischen der syrischen Armee und IS-Kämpfern in der strategisch wichtigen Stadt Deir al-Zor wurden unterdessen nach Oppositionsangaben seit dem Wochenende mehr als 80 Menschen getötet. Darunter seien auch 14 Zivilisten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Deir al-Zor nahe der irakischen Grenze ist besonders heftig umkämpft, weil es die Islamisten-Hochburg im syrischen Raqqa mit Gebieten im Irak verbindet, die ebenfalls vom IS kontrolliert werden.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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