Weltpolitik

Regierung und Rebellen im Jemen kämpfen um Flughafen

In der Schlacht um die wichtige Hafenstadt Hodeidah nehmen Jemens Regierungstruppen und ihre Verbündeten den Flughafen südlich der Großstadt ins Visier. Anwohner berichteten am Samstag von heftigen Luftangriffen einer saudisch geführten sunnitischen Militärkoalition auf den Airport. Für die Behauptung der Armee, den Flughafen bereits erobert zu haben, gab es zunächst keine Bestätigung.

Heftige Kämpfe um die Hafenstadt Hodeidah SN/APA (AFP)/-
Heftige Kämpfe um die Hafenstadt Hodeidah

Die Truppen der international anerkannten Regierung hatten am Mittwoch zur Rückeroberung Hodeidahs angesetzt. Über den Seehafen laufen 70 Prozent der dringend benötigten humanitären Hilfe für den von den Houthi-Rebellen beherrschten Norden des Jemens. Weiten Teilen des Bürgerkriegslandes droht nun der Kollaps.

Am Kampf um Hodeidah sind einem Zeitungsbericht zufolge auch französische Spezialeinheiten beteiligt. Details zu dem Einsatz von Bodentruppen an der Seite der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz nannte das Blatt "Le Figaro" (Samstagausgabe) nicht. Das Verteidigungsministerium in Paris war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Am Freitag hatte es aber erklärt, dass Frankreich einen Minenräumeinsatz nach dem Ende der Offensive in Erwägung ziehe, um den Zugang zum Hafen von Hodeidah sicherzustellen. Zugleich betonte das Ministerium, dass Frankreich zurzeit keine Militäreinsätze in der Region durchführe und nicht zu dem Bündnis um Saudi-Arabien gehöre.

Diese Allianz stand am Samstag in Hodeidah kurz vor einem strategisch wichtigen Erfolg: Jemenitischen Militärkreisen zufolge drangen Truppen auf das Gelände des Flughafens vor. Das Hauptgebäude sei umzingelt, jedoch noch nicht erobert. Nach Angaben der Armee räumen Experten das umliegende Gebiet von Minen. Die Schlacht um Hodeidah ist die größte ihrer Art seit Beginn des Kriegs zwischen der sunnitischen Militärallianz und den schiitischen Houthi-Rebellen.

Die Houthis, die von Saudi-Arabiens Erzfeind Iran unterstützt werden, halten seit Jahren große Teile im Norden des bitterarmen Landes auf der Arabischen Halbinsel inklusive der Hauptstadt Sanaa. Dort ist auch das Hauptsiedlungsgebiet der Schiiten. Der politische Prozess ist festgefahren. Medienberichten landete UN-Vermittler Martin Griffiths am Samstag in Sanaa, um die Gewalteskalation bei Hodeidah durch Verhandlungen mit den Aufständischen zu stoppen.

Quelle: Apa/Dpa

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