Regierungslager drohen Verluste in Slowakei

Regierungslager drohen Verluste in Slowakei

Die Kommunalwahlen in allen knapp 3.000 Gemeinden der Slowakei sind am Samstagabend ohne Störungen abgelaufen. Sie waren für die rund viereinhalb Millionen Stimmberechtigten der erste Urnengang seit einem spektakulären Journalistenmord im Februar und einem nach Massenprotesten erfolgten Regierungswechsel. Ergebnisse wurden im Laufe des Sonntags erwartet.

Am längsten könnte die Auszählung in den größten Städten Bratislava und Kosice dauern. Dort hatten Umfragen jeweils ein knappes Ergebnis um das direkt gewählte Amt des Bürgermeisters erwarten lassen.

Im Vergleich zu den Wahlen 2014 dürften vor allem die bisher dominierenden Sozialdemokraten stark verlieren, obwohl sich der neue Regierungschef Peter Pellegrini landesweit großer Beliebtheit erfreut. Die Partei wird weiterhin nicht von Pellegrini, sondern vom polarisierenden Robert Fico geführt, der im Frühjahr nach zehn Jahren als Regierungschef zurückgetreten war.

In der Hauptstadt Bratislava nominierten die Sozialdemokraten nicht einmal einen eigenen Bürgermeisterkandidaten. Alle drei dortigen Favoriten traten als parteiunabhängige Kandidaten an. Auch in anderen Städten konnten Parteilose sowohl für die Bürgermeisterämter wie auch die Stadtparlamente mit den größten Zugewinnen gegenüber den traditionellen Parteien rechnen.

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