Weltpolitik

Regionalwahl in Nordirland - Friedensprozess auf der Kippe

Mehr als 1,2 Millionen Nordiren waren am Donnerstag dazu aufgerufen, ein neues Regionalparlament zu wählen.

Wer hält zukünftig die Mehrheit im nordirischen Parlament?.  SN/AFP/PAUL FAITH
Wer hält zukünftig die Mehrheit im nordirischen Parlament?.

Die vorgezogene Wahl wurde nötig, weil sich die Koalitionsparteien, die republikanisch-katholische Sinn Fein und die protestantisch-unionistische DUP endgültig entzweit hatten. Mit ersten Auszählungsergebnissen wird am Freitagnachmittag gerechnet.

Für die britische Regierung kommt die Krise in Nordirland zur Unzeit. Ohnehin bedroht der geplante Brexit den fragilen Friedensprozess in dem jahrzehntelang von einem Bürgerkrieg geplagten Landesteil. Die Befürchtung ist, dass die Trennung Großbritanniens von der Europäischen Union eine befestigte Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland notwendig machen könnte.

Dem Karfreitagsabkommen von 1998 zufolge muss die Regionalregierung aus einer Koalition der beiden größten katholischen und protestantischen Fraktionen gebildet werden. Jüngsten Umfragen zufolge werden das erneut DUP und Sinn Fein sein.

Sollte sich die beiden Parteien nicht auf eine Neuauflage ihrer Koalition einigen können, wäre es denkbar, dass die Region vorübergehend wieder aus London regiert werden muss. Regulär findet die Regionalwahl in dem britischen Landesteil alle fünf Jahre statt. Zuletzt wurde in Nordirland im Mai 2016 gewählt.

(Apa/Dpa)

Aufgerufen am 23.11.2017 um 12:59 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/regionalwahl-in-nordirland-friedensprozess-auf-der-kippe-79567

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