Weltpolitik

Renzi will Wrack von Flüchtlingsschiff nach Brüssel bringen

Das Wrack eines im April 2015 gesunkenen Flüchtlingsboots, aus dem 400 Leichen geborgen wurden, soll gemäß dem Wunsch des italienischen Premiers Matteo Renzi nach Brüssel gebracht und dort ausgestellt werden. Renzis Plan wird vom UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi unterstützt, wie die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Freitag berichtete.

Laut Grandi könnte das Wrack in Brüssel ein Zeichen für Werte wie Solidarität und Integration sein, auf die Europa nicht verzichten dürfe. Einige Privatunternehmen in Italien erklärten sich bereit, den Transport des Schiffes zu finanzieren, das von der italienischen Marine im Juni in einer Tiefe von 370 Metern aus libyschen Gewässern geborgen worden war. Im Wrack waren 400 Leichen entdeckt worden, darunter jene vieler Kinder und Frauen.

Das Flüchtlingsschiff befindet sich jetzt in Melilli nahe der sizilianischen Hafenstadt Augusta. Das rund 20 Meter lange Schiff war nach dem Zusammenstoß mit einem portugiesischen Frachter, der auf ein Notrufsignal reagiert hatte, gesunken. 169 Leichen waren von Tauchermannschaften bereits nach dem Unglück geborgen worden, weitere 28 Menschen konnten sich retten. Laut Zeugen befanden sich etwa 700 Menschen an Bord des vor der Küste Libyens gekenterten Schiffes.

Quelle: APA

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