Weltpolitik

Präsident der Philippinen verkündete Bruch mit den USA

Bei einem viertägigen Staatsbesuch in China hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte seine Abkehr vom langjährigen Verbündeten USA verkündet und zugleich seine außenpolitische Neuausrichtung auf Peking demonstriert. "Ich verkünde meine Trennung von den USA", sagte Duterte am Donnerstag bei einem Wirtschaftsforum in Peking.

Präsident der Philippinen verkündete Bruch mit den USA SN/APA (AFP)/MANMAN DEJETO
Duterte wird auch nicht mehr nach Amerika reisen.

Zuvor war er vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes und mit militärischen Ehren empfangen worden. Xi bezeichnete die beiden Länder als "Nachbarn", die "keinen Grund für Feindseligkeit oder Konfrontation" hätten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Die beiden Präsidenten hätten "ausführliche" und "freundschaftliche" Gespräche geführt, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.

Im Hinblick auf den Konflikt um das Südchinesische Meer sagte Xi demnach, Meinungsverschiedenheiten müssten "durch Dialog und bilaterale Gespräche" gelöst werden. Er sei bereit, "schwierige Themen vorübergehend zurückzustellen".

Duterte sagte dazu im chinesischen Fernsehen, er wolle das Thema "ein anderes Mal" ansprechen. Er bezeichnete das Treffen mit Xi als "historisch" und betonte, diesmal den Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit legen.

Im Konflikt um das Südchinesische Meer stehen sich China und die Philippinen, Malaysia, Vietnam und Brunei gegenüber. Peking beansprucht den größten Teil eines mehr als drei Millionen Quadratkilometer großen Gebiets im Südchinesischen Meer für sich. Um diese Ansprüche zu untermauern, schüttete Peking dort mehrere künstliche Inseln auf.

Das Schiedsgericht in Den Haag hatte Mitte Juli die Ansprüche Chinas in dem Gebiet als rechtlich unbegründet zurückgewiesen und damit einer Klage von Dutertes Amtsvorgänger Benigno Aquino Recht gegeben.

Unter Duterte setzten die Philippinen jedoch stattdessen die gemeinsamen Patrouillen mit den USA im Südchinesischen Meer vorläufig aus. Zudem drohte Duterte damit, gemeinsame Militärübungen mit den USA zu beenden.

Die Beziehungen zur früheren Kolonialmacht USA sind seit dem Amtsantritt Dutertes deutlich abgekühlt. Die USA hatten vor allem Dutertes harten Kampf gegen Drogenkriminelle in seinem Land kritisiert. Dieser beleidigte bei seinem Besuch in Peking erneut US-Präsident Barack Obama als "Hurensohn".

Duterte reiste mit einer Delegation von 400 Geschäftsleuten nach Peking. Gemeinsam mit Xi nahm er an der Unterzeichnung von 13 bilateralen Verträgen über eine Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur und Landwirtschaft teil, wie das chinesische Außenministerium weiter mitteilte.

Quelle: Apa/Ag.

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