Weltpolitik

Rotkreuz-Mitarbeiter in Afghanistan entführt

In der nordafghanischen Provinz Kunduz ist nach offiziellen Angaben ein Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) entführt worden. Bei dem Entführten könnte es sich nach Angaben des Provinz-Sprechers Sayed Mahmud Danish um einen Ausländer handeln. Ausländer haben höheren politischen Wert oder können mehr Lösegeld bringen.

Ursprünglich sollen drei Afghanen und ein internationaler Mitarbeiter von der Tat betroffen gewesen sein. Einige Geiseln wurden aber offenbar schnell freigelassen. IKRK-Sprecher Ahmad Ramin Ayaz wollte die Herkunft des Mitarbeiters nicht kommentieren.

Die Gruppe war den Angaben zufolge in zwei Autos auf der Autobahn zwischen den Städten Kabul und Kunduz unterwegs. Die Identität und das Motiv der Täter war bisher unklar. Radikalislamische Taliban halten seit Monaten in Kunduz und anderswo Hunderte Fahrzeuge an und entführen Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, der Regierung oder Sicherheitskräften.

In den vergangenen Monaten war die Provinz mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt ein Hauptziel von Offensiven der Taliban. Im Oktober schafften Kämpfer es in die schwer gesicherte Stadt hinein und lieferten sich über zehn Tage Gefechte mit Sicherheitskräften. In Kunduz war bis 2013 auch die deutsche Bundeswehr stationiert.

Quelle: Apa/Dpa

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