Weltpolitik

Rouhani: USA sollten bei Verhandlungen "guten Willen" zeigen

Die USA sollten nach den Worten des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani für eventuelle Verhandlungen mit Teheran "guten Willen" zeigen. In dem Fall wäre der Iran auch zu Gesprächen bereit, sagte Rouhani nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch.

Spekulationen über mögliche Gespräche bei der UNO-Vollversammlung SN/APA (AFP/IRANIAN PRESIDENCY)/NIC
Spekulationen über mögliche Gespräche bei der UNO-Vollversammlung

Verhandlungen unter maximalem Druck seien unmöglich - kein Land der Welt würde darauf eingehen. "Aber wenn Ihr (USA) wirklich Gespräche wollt, dann solltet Ihr den Druck beenden und guten Willen zeigen", sagte der iranische Präsident nach Angaben seines Webportals.

Rouhani wird nächste Woche an der UNO-Vollversammlung in New York teilnehmen. Seit Wochen wird spekuliert, dass es am Rande der Generaldebatte auch zu Gesprächen Rouhanis mit US-Präsident Donald Trump kommen könnte. Rouhani hat zwar ein bilaterales Treffen mit Trump abgelehnt, nicht aber eine Unterredung mit ihm in Anwesenheit der anderen fünf Vertragspartner des Atomabkommens - das sind China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Bedingung sei jedoch eine Aufhebung der US-Sanktionen, die den Iran in den vergangenen Monaten in eine akute Wirtschaftskrise gestürzt haben.

Hintergrund ist der Konflikt um das internationale Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe. Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem Wiener Abkommen ausgestiegen, um deropn Iran mit maximalem Druck zu einem Kurswechsel in der als aggressiv erachteten Nahost-Politik zu zwingen. Der Iran reagierte darauf zuletzt mit einem Wiederhochfahren der im Vertrag begrenzten Urananreicherung. Zudem droht Teheran mit einer Behinderung des wichtigen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz im Persischen Golf.

Rouhani wies jegliche Beteiligung des Iran an den Angriffen auf eine saudi-arabische Ölanlage am vergangenen Samstag zurück. "Neben den politischen und wirtschaftlichen Sanktionen kommen die USA nun auch mit Unterstellungen gegen den Iran", sagte Rouhani. Die USA wüssten selbst, dass diese absurd und grundlos seien und auch international nicht ernstgenommen würden. Zu den Angriffen hatten sich die Houthi-Rebellen im Jemen bekannt. Die USA machen jedoch Teheran dafür verantwortlich.

Die US-Amerikaner schicken nach den Worten von Rouhani "Schießpulver" in die Region und machten andere Länder dafür verantwortlich, wenn es dann knalle. Die Jemeniten hätten das legitime Recht, sich gegen die Vernichtung ihres Landes zu wehren - und als Warnung auch industrielle Ziele anzugreifen. "Diese Warnungen sollten ernstgenommen und das Kriegsfeuer in Jemen sollte ein für alle Mal gelöscht werden", sagte Rouhani weiter.

Quelle: Apa/Dpa

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