Weltpolitik

Rund 20 Tote nach Luftschlag in Afghanistan

Bei einem nächtlichen Luftangriff im Osten Afghanistans sind nach Behördenangaben rund 20 Menschen getötet worden. Rund 20 weitere Personen seien bei dem Vorfall im Bezirk Shigal wa Shultan in der Provinz Kunar verletzt worden, sagte der Provinzrat Saad Ullah am Freitag. Laut dem Provinzrat Wulayat Khan waren rund 15 Kämpfer der radikalislamischen Taliban unter den Toten.

So sei auch ein Kommandant der Taliban getötet worden. Nach Angaben eines Ältestenvertreters aus dem Bezirk wurden vier Häuser bombardiert, in denen sich Taliban-Kämpfer, aber auch Familienmitglieder von ihnen befunden hatten. Die genaue Zahl der getöteten Zivilisten war zunächst unklar. Unter den Verletzten seien viele Frauen und Kinder, sagte Provinzrat Saad Ullah.

Seit mehreren Wochen verüben die afghanischen Streitkräfte und ihre US-Verbündeten vermehrt gezielte Angriffe auf Taliban-Kommandanten. Laut dem Militärexperten Mohammed Aghul Mujahid herrscht bei der afghanischen Regierung und den USA die Überzeugung, diese Feldkommandeure stünden einem Friedensschluss entgegen. Derzeit laufen Bemühungen, den langwierigen Krieg über Verhandlungen zu beenden. Dabei gab es kürzlich auch Treffen von US-Vertretern mit den Taliban.

Laut einem Bericht der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) ist die Zahl der zivilen Opfer durch Luftangriffe bis Ende September um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Demnach kamen in diesem Jahr bereits 313 Zivilisten bei Luftangriffen ums Leben, 336 weitere wurden verletzt. Der Großteil des Anstiegs sei auf vermehrte Luftangriffe der internationalen Kräfte zurückzuführen. US-Militärangaben zufolge wurde bis Ende Oktober bei rund 6.500 Kampfeinsätzen der US-Luftwaffe knapp 6.000 Mal Munition abgeworfen. Im gesamten Jahr 2017 waren es 4.400 Abwürfe.

Quelle: Apa/Dpa

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