Weltpolitik

Russische Luftwaffe bombardierte US-Verbündete in Syrien

Russische Kampfflugzeuge in Syrien haben nach US-Angaben versehentlich mit den Vereinigten Staaten verbündete Truppen bombardiert. Bei dem Angriff auf kleine Dörfer im Norden des Bürgerkriegslandes, in dem sich die Verbündeten der USA aufhielten, habe es "mehrere" Opfer gegeben, sagte am Mittwoch der US-General Stephen Townsend bei einem Pressebriefing im Pentagon.

Nach seinen Angaben hatten die russischen Luftverbände die Ortschaften zusammen mit Flugzeugen der syrischen Regierungsarmee angegriffen. Die Attacke sei unter der falschen Annahme geführt worden, dass sich in den Dörfern Kämpfer des "Islamischen Staats" aufhielten. Tatsächlich seien dort Truppen der Syrisch-Arabischen Koalition gewesen. Dabei handelt es sich um eine Untergruppe der mehrheitlich kurdischen Demokratischen Syrischen Kräfte. Die USA unterstützen die SDF mit Ausrüstung, Munition und Militärberatern in ihrem Kampf gegen die IS-Jihadisten.

Laut Townsend hielten sich US-Soldaten weniger als fünf Kilometer entfernt von den Angriffsorten auf. Die Angriffe hätten dann aufgehört, nachdem das US-Militär die russische Seite über eine spezielle Hotline kontaktiert habe.

Die USA und Russland tauschen Daten über Flugbewegungen im syrischen Luftraum aus, um Kollisionen zu verhindern. Eine regelrechte militärische Kooperation zwischen den USA und Russland in dem Konflikt gibt es aber nicht.

Russland unterstützt seit 2015 mit Luftangriffen den syrischen Machthaber Bashar al-Assad in dem Konflikt. Die USA fliegen ihrerseits seit 2014 an der Spitze einer internationalen Koalition Luftangriffe gegen den IS und andere radikale Islamistengruppen. US-Präsident Donald Trump hat es als wünschenswert bezeichnet, dass die Vereinigten Staaten und Russland den IS gemeinsam bekämpfen.

(Apa/Ag.)

Aufgerufen am 23.11.2017 um 12:43 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/russische-luftwaffe-bombardierte-us-verbuendete-in-syrien-44866

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