Weltpolitik

Russland erwartet keine schnelle Annäherung an USA

Russland geht nur von einer langsamen Annäherung an die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump aus. "Es ist klar, dass die Überwindung des Schadens, den Barack Obama in den russisch-amerikanischen Beziehungen angerichtet hat, Zeit und harte Arbeit braucht", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Trump fährt wohl einen anderen Russland-Kurs als Obama.  SN/APA (AFP)/ROB CARR
Trump fährt wohl einen anderen Russland-Kurs als Obama.

Über einen möglichen "Neustart" mit den Vereinigten Staaten mache sich die Regierung keine Illusionen. "Wir haben keine naiven Erwartungen", sagte Lawrow. "Wir wissen, dass Trump ein Meister darin ist, Deals zu machen. Aber (Russlands Präsident) Wladimir Putin kann auch gut verhandeln."

Trump hatte bereits vor seiner Amtseinführung angekündigt, unter anderem bessere Beziehungen zu Moskau anzustreben. Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist so schlecht wie nie seit dem Ende des Kalten Krieges.

Der indische Premierminister Narendra Modi kündigte unterdessen an, die Zusammenarbeit mit den USA ausbauen zu wollen. Er wolle das Verhältnis zu den USA weiter stärken, erklärte Modi am Mittwoch nach einem Telefonat mit Trump im Online-Dienst Twitter. Trump bezeichnete Indien als "wahren Freund" der USA, wie das Weiße Haus in Washington erklärte. Beide Politiker luden sich demnach gegenseitig zu Besuchen ein.

Auch Trump betonte nach Angaben des Weißen Hauses, dass er eine Ausweitung der Partnerschaft anstrebe. In der Handelspolitik und bei der Vergabe von Arbeitsvisa für Inder könnte es nach Einschätzung von Beobachtern aber zum Dissens zwischen den beiden Regierungen kommen.

Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern, die als bevölkerungsreichste Demokratien der Erde gelten, hatte sich unter Trumps Vorgänger Barack Obama verbessert. Vor seiner Wahl zum Regierungschef im Mai 2014 hatten die USA und andere Staaten Modi lange die Einreise verweigert und jeden offiziellen Kontakt zu ihm abgelehnt.

Modi und anderen Politikern seiner hindunationalistischen Bharatiya-Janata-Partei war vorgeworfen worden, tödliche Ausschreitungen gegen Muslime in Gujarat angefacht zu haben. Modi, der damals Regierungschef des indischen Bundesstaats war, wies die Vorwürfe stets zurück, indische Gerichte sprachen ihn frei.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

Aufgerufen am 17.11.2018 um 02:07 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/russland-erwartet-keine-schnelle-annaeherung-an-usa-496264

Schlagzeilen