Weltpolitik

Russland: Kein Verstoß gegen Nordkorea-Sanktionen

Russland hat einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge Tausende Arbeiter aus Nordkorea ins Land gelassen und auch neue Arbeitsgenehmigungen erteilt. Dies stelle möglicherweise einen Verstoß gegen UN-Sanktionen dar, die im Atomstreit gegen Nordkorea verhängt wurden, berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf US-Regierungskreise und russische Ministeriumsdaten.

Seit September seien 10.000 neue nordkoreanische Arbeiter registriert und in diesem Jahr mindestens 700 neue Arbeitsgenehmigungen ausgestellt worden.

Russland verneint eine Verletzung von UNO-Sanktionen beim Einsatz von Gastarbeitern aus Nordkorea. Arbeitsgenehmigungen würden nur noch erteilt bei Verträgen, die vor der Verschärfung der Sanktionen im September 2017 geschlossen worden seien. Das sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Das abgeschottete kommunistische Land im Fernen Osten nimmt durch den Verleih von Arbeitskräften Milliarden Euro ein, auch wenn die Arbeiter selbst für Hungerlöhne schuften müssen. Die Sanktionen des UNO-Sicherheitsrates sollen Nordkorea zum Einlenken im Streit um sein Atomprogramm bringen. In St. Petersburg sollen Nordkoreaner am WM-Stadion, der Zenit-Arena, mitgebaut haben. In Sibirien werden sie in der Landwirtschaft und zum Holzfällen eingesetzt.

Russland halte sich auch an die UNO-Beschränkungen für Öllieferungen an Nordkorea, sagte Alexander Mazegor, der russische Botschafter in Pjöngjang, Interfax zufolge.

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