Weltpolitik

Russland schließt Treffen mit Trump bei G-20 nicht aus

Moskau schließt ein weiteres Treffen zwischen dem russischen Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump beim G-20-Gipfel in Argentinien nicht aus. Ein bilaterales Gespräch sei bei dem Treffen Ende November oder bei einem anderen internationalen Forum durchaus denkbar, sagte Kremlberater Juri Uschakow am Dienstag in Moskau. Es gebe jedoch bisher keine konkreten Vorbereitungen.

Trump und Putin halten Dialog aufrecht SN/APA (Archiv/AFP)/YURI KADOBNOV
Trump und Putin halten Dialog aufrecht

Trump hatte zuvor den russischen Präsidenten überraschend im Herbst nach Washington eingeladen. Uschakow erklärte, man habe die Einladung aus den USA erhalten. Ob Putin sie tatsächlich annehmen werde, sagte sein außenpolitischer Berater nicht.

Nach dem ersten Gipfel Mitte Juli in Helsinki war Trump in den USA über Parteigrenzen hinweg heftig kritisiert worden. Trump hatte bei der Pressekonferenz öffentlich die Erkenntnisse der US-Geheimdienste angezweifelt, dass sich Russland in die US-Wahlen 2016 eingemischt habe. Er ruderte daraufhin zurück und sagte, er habe sich versprochen. In Russland wurde der Gipfel als Erfolg gewertet.

US-Präsident Donald Trump heizte indes die Diskussion um eine mutmaßlich russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl neu an. In einer Nachricht auf Twitter zeigte sich Trump am Dienstag überzeugt davon, dass Russland sich in die Kongresswahlen im Herbst einmischen wird, um den oppositionellen Demokraten zu helfen.

"Ich bin sehr besorgt, dass Russland sehr hart dafür kämpfen wird, Einfluss auf die bevorstehende Wahl zu nehmen", schrieb der Republikaner. "Angesichts der Tatsache, dass kein Präsident härter gegenüber Russland war als ich, werden sie sehr hart dafür kämpfen, die Demokraten zu puschen. Sie wollen Trump definitiv nicht!", fügte er hinzu.

Die Nachricht war die jüngste in einer Reihe von teils widersprüchlichen Aussagen Trumps nach dem Gipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in der vergangenen Woche in Helsinki.

Putin hatte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Trump jede Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl 2016 dementiert. Trump bezeichnete Putins Dementi als "extrem stark und kraftvoll" und bezog damit öffentlich Position gegen die Einschätzung der US-Geheimdienste, die eine solche Einmischung für erwiesen halten. Dafür wurde er heftig kritisiert. Mehrfach stellte der US-Präsident Aussagen daraufhin klar oder dementierte sie.

Trump hat immer wieder erklärt, niemand sei "härter" gegenüber Russland als er. Die Aussage steht im Widerspruch zu seinem tatsächlichen Kurs. Zwar hat seine Regierung Sanktionen gegen Moskau verhängt oder Waffen an die Ukraine geliefert, Trump ist aber keine treibende Kraft hinter dieser Politik. Er untergräbt die Linie seiner Regierung auch immer wieder - etwa indem er die Zukunft der von Russland annektierten Halbinsel Krim betont offen ließ.

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