Weltpolitik

Russland will an Abrüstungsvertrag mit den USA festhalten

Kurz vor dem Beginn von Gesprächen über eine mögliche neue atomare Abrüstungsvereinbarung drängt Russland auf eine Neuauflage des Vertrags mit den USA. Das wäre richtig und logisch, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Samstag der Agentur Interfax. "Die Vereinbarung ist aber nicht das Ein und Alles." Die Verhandlungen auf Diplomatenebene sollen am Montag in Wien beginnen.

Letztendlich werde alles von der Entscheidung der Regierung von US-Präsident Donald Trump abhängen, meinte Rjabkow. Russland wolle den Amerikanern bei den Gesprächen die Zusammenarbeit bei Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung von atomaren Waffen anbieten. "Wir werden natürlich die Gelegenheit nutzen, um uns an unsere Position zu erinnern", sagte der Vize-Außenminister, der die russische Delegation in Wien leiten soll. Sein Gegenüber wird der Sonderbeauftragte der US-Regierung für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, sein.

Russland hatte mehrfach vor einem unkontrollierbaren atomaren Wettrüsten gewarnt, sollte das Abkommen nicht verlängert werden. Der letzte große atomare Abrüstungsvertrag New Start, der die Begrenzung strategischer Kernwaffen regelt, läuft am 5. Februar 2021 aus.

Der New-Start-Vertrag sieht vor, die Nukleararsenale Russlands und der USA auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Erst im vergangenen Sommer war ein anderes wichtiges Abrüstungsabkommen beider Länder aufgekündigt worden: der INF-Vertrag über das Verbot landgestützter atomarer Kurz- und Mittelstreckenwaffen.

Quelle: Apa/Dpa

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