Weltpolitik

Salafisten-Moschee in Berlin durchsucht

Mit einer Razzia ist die Berliner Polizei gegen Teile der islamistischen Szene in der deutschen Hauptstadt vorgegangen. Am Dienstag in der Früh durchsuchten Kriminalbeamte nach Angaben der Polizei die salafistische As-Sahaba-Moschee im Berliner Stadtteil Wedding und zwei bis drei Wohnungen oder andere Räume. Die Polizei beschlagnahmte Computer, USB-Sticks, Festplatten oder Smartphones.

CDU und Freie Wähler bekennen sich zum Schuldenabbau SN/APA (AFP)/CHRISTOF STACHE
CDU und Freie Wähler bekennen sich zum Schuldenabbau

Bei den Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft geht es um den Verdacht der Unterstützung und Finanzierung von Terroristen. Der 45-jährige Imam der Moschee Ahmad A., der in der Öffentlichkeit als Abul Baraa auftritt, soll einem jihadistischen Terroristen in Syrien Geld "für den Erwerb von Ausrüstungsgegenständen zur Begehung terroristischer Straftaten" zur Verfügung gestellt haben, wie die Staatsanwaltschaft über Twitter mitteilte.

Unterstützt wurde der für politisch motivierte Kriminalität zuständige Staatsschutz der Polizei auch von einem Spezialeinsatzkommando. Im Einsatz waren insgesamt etwa 100 Beamte. Wo die weiteren Durchsuchungen waren, teilte die Polizei zunächst nicht mit.

Die As-Sahaba-Moschee wird vom Berliner Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst) beobachtet, weil sie wie die Al-Nur-Moschee im Bezirk Neukölln und die Ibrahim-al-Khalil-Moschee im Stadtteil Tempelhof als Treffpunkt radikaler Salafisten gilt. Im ihrem Bericht 2017 schreiben die Verfassungsschützer, die As-Sahaba-Moschee und der Trägerverein "Die Gefährten" zählten seit Jahren zu den bekannten salafistischen Institutionen Berlins. "Die Moschee und ihr Imam 'Abul Baraa' sind dem politischen Salafismus zuzurechnen", heißt es im Bericht.

Der Imam habe seine salafistischen Ansichten auch bei Vorträgen in Moscheegemeinden in anderen deutschen Bundesländern verbreitet - etwa in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Der Prediger sei ein bedeutender Multiplikator salafistischer Ideologien.

Die As-Sahaba-Moschee in Berlin sei zudem ein überregionaler Anziehungspunkt für salafistisch Interessierte, was sich an sogenannten Islamseminaren und -kursen mit bekannten Gastpredigern aus Bonn und Leipzig zeige. Im Bericht des Verfassungsschutzes heißt es weiter: "In der Regel achten die Prediger in ihren Vorträgen darauf, dass ihre Äußerungen keinen Anlass für staatliche Sanktionen bieten. Problematisch sind diese Seminare dennoch, weil sie einen Rahmen für Gruppenbildung und die Beeinflussung mit extremistischem Gedankengut durch oft charismatische Vortragende bieten."

Quelle: Apa/Dpa

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