Weltpolitik

Saudi-Arabien wirft dem Iran "aggressive" Politik vor

Im Konflikt mit dem Iran hat Saudi-Arabien dem regionalen Rivalen Aggressivität vorgeworfen. Seine Regierung werde angesichts der "aggressiven" Politik Teherans "nicht untätig" bleiben, sagte der saudi-arabische Außenminister Adel al-Jubeir am Sonntag bei einer Sondersitzung der Arabischen Liga in Kairo. Riad werde alles für seine nationale Sicherheit und den Schutz seines Volkes tun.

Saudi-Arabien auf Konfrontationskurs mit dem Iran SN/APA (AFP)/KHALED DESOUKI
Saudi-Arabien auf Konfrontationskurs mit dem Iran

Das sunnitisch regierte Saudi-Arabien und der mehrheitlich schiitische Iran ringen seit Jahren um Einfluss in der Region und stehen in zahlreichen Konflikten auf gegnerischen Seiten - im Libanon, im Jemen, in Syrien und im Verhältnis zu Katar. Nach Diplomatenangaben wollte Riad eine Verurteilung des "Iran und der mit dem Land in Verbindung stehenden arabischen Milizen" durch die Arabische Liga erreichen.

Als Grund für die Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga hatte Riad einen Raketenangriff der vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad am 4. November und den Brand einer Ölpipeline in Bahrain am 10. November genannt.

Nach dem Raketenangriff hatte Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman den Iran für die "direkte militärische Aggression" verantwortlich gemacht. Auch Bahrain hatte nach dem Pipeline-Brand die Verantwortung Teheran zugewiesen.

Für zusätzliche Spannungen sorgte der Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri. Hariri hatte am 4. November von Saudi-Arabien aus überraschend seinen Rückzug angekündigt. Als Grund nannte er wachsenden Druck der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon.

Der bahrainische Außenminister Khaled bin Ahmed al-Khalifa bezeichnete die Hisbollah-Miliz am Sonntag als "terroristischen Arm" Teherans in der Region. Der Libanon stehe "unter der totalen Kontrolle dieser terroristischen Partei".

Nach tagelangen Spekulationen reiste Hariri am Samstag zusammen mit seiner Frau von Saudi-Arabien nach Frankreich. In Paris wurde er von Präsident Emmanuel Macron im Elysee-Palast empfangen. Zum Unabhängigkeitstag des Libanon am Mittwoch will er nach eigenen Angaben wieder in Beirut sein und eine öffentliche Erklärung abgeben.

Quelle: Apa/Ag.

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