Weltpolitik

Schiff von Sea-Eye zwischen Malta und Lampedusa unterwegs

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye, die am Mittwoch im Mittelmeer nach eigenen Angaben 64 Migranten gerettet und an Bord genommen hat, ist in Richtung der süditalienischen Insel Lampedusa unterwegs. Dies bestätigte der italienische Innenminister Matteo Salvini am Donnerstag. Das Schiff befindet sich circa 30 Seemeilen von Lampedusa entfernt.

64 Migranten befinden sich an Bord SN/APA (AFP/Archiv)/JAIME REINA
64 Migranten befinden sich an Bord

"Weitere Menschenleben, die von einer ausländischen NGO, die von libyschen Gewässern in Richtung Italien abgefahren ist, aufs Spiel gesetzt werden. Wir haben der deutschen Regierung geschrieben, damit sie sich mit dem Problem beschäftigt. Das italienische Innenministerium hat das Schiff davor gewarnt, in italienische Gewässer einzulaufen", so Salvini.

Die NGO beklagte am Donnerstag die Verschlechterung der Wetterlage. Wo die von Sea-Eye geretteten Flüchtlinge von Bord gehen können, ist unklar. Italien weigert sich seit Monaten, gerettete Migranten an Land gehen zu lassen. An Bord befinden sich auch zehn Kinder.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini, der am Donnerstag am G-7-Innenministergipfel in Paris teilnahm, erklärte sich zudem wegen der Lage in Libyen besorgt. Er appellierte an die Partner für eine diplomatische Lösung. Im Gespräch mit den G-7-Innenministern hob Salvini die Resultate der Regierung im Kampf gegen die illegale Migration hervor, die 2019 gegenüber den Vergleichsmonaten 2018 um 90 Prozent rückgängig sei. Salvini bekräftigte, dass Europa NGOs nicht den Umgang mit den Migrationsströmen überlassen dürfe. Er hob die Notwendigkeit stärkerer Investitionen in Afrika hervor.

Unterdessen beschwerte sich der Sprecher der libyschen Marine, Admiral Ayob Amr Ghasem, über Hilfsorganisationen, die die Souveränitätsregeln in Libyens Gewässern verletzen würden. "Bei Verletzung der Souveränität unseres Landes werden wir dem internationalen Recht entsprechend reagieren", erklärte der Admiral nach Angaben italienischer Medien.

Laut der NGO "Watch the Med" werden derzeit noch zwei weitere Flüchtlingsboote vermisst, die von Libyen aus aufgebrochen sind: eines mit 41 Menschen an Bord, das andere mit 50. Die italienische Küstenwache erklärte am Dienstag, sie sei über das zweite Boot informiert worden und habe die Informationen an die libysche Küstenwache weitergegeben.

Quelle: APA

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