Weltpolitik

Sechs Tote bei Abschiebung von Flüchtlingen aus der Türkei

Bei der Abschiebung von Flüchtlingen im Süden der Türkei sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Ein Militärfahrzeug mit "illegalen Migranten" habe sich in Reyhanli nahe der syrischen Grenze überschlagen, teilte das örtliche Gouverneursamt am Dienstag mit. 27 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Soldaten. Zur Nationalität der Migranten gab es keine Angaben.

Die Region Hatay grenzt an das Bürgerkriegsland Syrien. Die Türkei hat mehr als 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. Die Behörden hatten zuletzt Razzien gegen Migranten verstärkt. Berichten zufolge wurden auch zahlreiche Syrer gegen ihren Willen nach Syrien zurück geschafft. Die Behörden versichern dagegen, dass alle Ausreisen freiwillig erfolgt seien.

In der Türkei leben mehr als 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge, knapp 300.000 Iraker und mehrere hunderttausend Afghanen, die meist keine gültigen Aufenthaltspapiere haben. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch werfen der Türkei vor, auch Syrer, die in der Türkei unter temporärem Schutz stehen, rechtswidrig in das Bürgerkriegsland abzuschieben. Ankara weist das zurück.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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