Weltpolitik

Serben mehrheitlich gegen UNO-Sitz für den Kosovo

Die Serben sind einer Aufnahme des Kosovo, des jüngsten Staates Europas, in die Vereinten Nationen mehrheitlich abgeneigt: Laut der Tageszeitung "Blic" (Samstag-Ausgabe) sprachen sich im Juli in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Faktor Plus 59 Prozent der Befragten dagegen aus. 22 Prozent waren demnach für eine UNO-Mitgliedschaft des Kosovo.

Dieselbe Umfrage ergab auch, dass 44 Prozent eine eventuelle Teilung des Kosovo ablehnen, wobei die von Serben bewohnten nord-kosovarischen Gemeinden Serbien zufallen würden. 32 Prozent wären allerdings dafür. Das Institut befragt für seine Umfragen für gewöhnlich 1.200 Bürger. Die jüngste Befragung befasste sich mit einem eventuellen Kosovo-Referendum.

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hatte sich kürzlich für eine "Grenzziehung" mit dem Kosovo ausgesprochen, wobei er nicht erläuterte, was genau darunter zu verstehen wäre. Diese Woche kündigte Vucic an, dass sich die Bürger Serbiens bei einer Volksabstimmung zu einer Lösung der Kosovo-Frage äußern können würden. Allerdings liege diese Lösung derzeit nicht vor. Er sei auch nicht sicher, dass man sie werde finden können, so Vucic.

Der von der Europäischen Union 2011 initiierte Normalisierungsdialog zwischen Belgrad und Prishtina soll mit einem rechtlich bindenden Abkommen abgeschlossen werden. Was genau es enthalten soll, ist nicht ganz klar. Belgrad lehnt es nach wie vor ab, die im Februar 2008 ausgerufene Unabhängigkeit seiner einstigen Provinz Kosovo anzuerkennen.

Quelle: APA

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