Weltpolitik

Serbiens Militär bezieht Stellung vor Protestkundgebung

Vor den großen Oppositionsprotesten in der serbischen Hauptstadt Belgrad am Samstag bringt sich auch das Militär in Stellung. Die Streitkräfte würden "keine Staatsstreichversuche" zulassen, hieß es am Dienstag in einer Aussendung des Verteidigungsministeriums. Zu der Kundgebung wurden Demonstranten aus dem ganzen Land erwartet.

"Die Streitkräfte lassen alle im In- und Ausland wissen, dass sie kein Mittel zum Sturz der legalen und legitimen Behörden in der Republik Serbien und zum gewaltsamen Sturz der Verfassungsordnung sein werden", hieß es in der Mitteilung weiter. Wie Verteidigungsminister Aleksandar Vulin am heutigen Mittwoch dem Fernsehsender Pink sagte, beziehe sich die Mitteilung auf alle, "die Serbien als einen unsicheren Lebensort sehen" wollten.

Die seit Anfang Dezember anhaltenden Proteste gegen die Behörden sind bisher ruhig verlaufen. Der einzige Zwischenfall passierte Mitte März, als eine Demonstrantengruppe in das Gebäude des öffentlich-rechtlichen TV-Senders in Belgrad eingedrungen war. Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass es bei dem am Samstag einberufenen Protest zu Ausschreitungen kommen dürfte.

Tausende Bürger gehen derzeit einmal wöchentlich in Belgrad und anderen Städten auf die Straße, um ihre Unzufriedenheit zu bekunden. Der Protest ist allem voran gegen Präsident Aleksandar Vucic gerichtet. Gefordert wird auch die Medienfreiheit. Kritiker werfen Vucic vor, seine verfassungsmäßigen Befugnisse regelmäßig zu überschreiten.

Quelle: APA

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