Weltpolitik

Serbisch-orthodoxe Kirche wegen Pädophilie angezeigt

Bei einem Londoner Gericht ist in dieser Woche eine Anzeige wegen Pädophilie gegen die serbisch-orthodoxe Kirche erstattet worden. Wie Anwalt Mladen Kesar der Tageszeitung "Danas" (Freitagsausgabe) sagte, werde dieser Weg beschritten, weil es vor einem serbischen Gericht keine Gerechtigkeit gebe. Sechs Personen, darunter zwei Frauen, stehen hinter der Anzeige.

Man sei der Meinung, dass die Anzeige im öffentlichen Interesse sei, so Kesar. Die Anzeige richtet sich gegen die serbisch-orthodoxe Kirche im Allgemeinen, berichtete die Belgrader Tageszeitung. Sie bezieht sich laut "Danas" auch auf den nie gänzlich aufgeklärten Tod eines 19-jährigen Priesterseminarstudenten im Jahr 1999. Seine Familie ist nämlich überzeugt, dass die Bombenexplosion, bei der er ums Leben gekommen war, kein Selbstmord war. Die serbisch-orthodoxe Kirche nahm gegenüber der Zeitung zunächst nicht zur Anzeige Stellung.

Im Hintergrund der Anzeige stecken die 2013 erhobenen Pädophilie-Vorwürfe gegen den damaligen Bischof von Zvornik und Tuzla (Ost-Bosnien), Vasilije Kacavenda. Der Bischof hatte sich daraufhin pensionieren lassen. Zuvor waren in Serbien zwei Pädophilie-Prozesse gegen einzelne kirchliche Würdenträger geführt worden. Einer endete mit einem Freispruch, der andere wurde wegen Verjährung eingestellt.

Quelle: APA

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