Weltpolitik

Serbischer Polizist in Mordfall Ivanovic festgenommen

Die kosovarische Polizei hat am Mittwoch einen ihrer serbischen Angehörigen und eine weitere Person bei einer Razzia im Norden des Landes festgenommen. Die Razzia fand wegen des Mordes am gemäßigt-serbischen Politiker Oliver Ivanovic statt, hieß es. Serbische Regierungsvertreter bezweifelten diese Darstellung und sprachen von einer "Einschüchterung" der Serben im Kosovo.

Laut Sonderstaatsanwalt Sul Hoxha waren an der Aktion in den frühen Morgenstunden 100 Spezialpolizisten beteiligt. Sie zogen sich nach der Aktion wieder aus der mehrheitlich serbischen Region zurück. Die beiden Festgenommenen wurden auf eine Polizeistation in Kosovska Mitrovica gebracht, wo sie einvernommen wurden. Weiter gefahndet werde nach dem Kommandanten der Kosovo-Polizei in der Region, Zeljko Bojic. Dessen Sohn war der zweite Festgenommene. Bei der Razzia seien auch zwei Waffen und Munition sichergestellt worden.

Der Leiter des Belgrader Kosovo-Büros, Marko Djuric, übte scharfe Kritik an der Razzia und warf der kosovarischen Polizei vor, "mit dem Frieden zu spielen". Der Sondereinheit würden ehemalige Kämpfer der albanischen Rebellenformation UCK angehören, und es gehe darum, die Serben im Kosovo zu kriminalisieren. "Serbien steht hinter seinen Bürgern", betonte Djuric.

Ivanovic war am 17. Jänner 2018 vor den Büroräumen seiner Partei in Nord-Mitrovica aus einem vorbeifahrenden Wagen erschossen worden. Als Urheber der Tat wird ein flüchtiger Spitzenfunktionär der belgradtreuen "Serbischen Liste" vermutet.

Quelle: APA

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