Weltpolitik

Sie nimmt Trump beim Wort

Seit einem Jahr nun reiben sich viele Menschen morgens die Augen. Donald Trump hat wieder getwittert. Elisabeth Wehling seziert die Äußerungen des US-Präsidenten und erklärt, was seiner verrohten Sprache entgegengesetzt werden kann.

Es gibt vieles, was Donald Trump nicht kann. Eine Sache jedoch beherrscht er ausgezeichnet.

Frau Wehling, Sie erforschen, wie Sprache Menschen beeinflusst. Vorweg: Wie könnte ich erkennen, wenn Sie mich im folgenden Gespräch auch beeinflussen wollten? Elisabeth Wehling: Das ist schwer. Weil: Wenn ich das geschickt mache, merken Sie das nicht. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, wir sprechen von Steuern und ich sage nicht, dass wir die Steuern erhöhen, sondern dass wir sie anpassen. Ihnen wird nicht auffallen, welches Wort ich benutze. Aber der Framing-Effekt ist natürlich sofort da. Denn wenn ich etwas anpasse, dann bringe ich es auf den Stand, wo es eigentlich hingehört. Dieses kleine Wörtchen birgt eine moralische Legitimation. Wenn ich aber einfach nur sage, ich erhöhe, dann gibt es zu Recht einen Aufschrei.

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