Weltpolitik

Sieben Zivilisten bei Angriff in Saudi-Arabien getötet

Bei einem Raketenangriff jemenitischer Rebellen sind am Dienstag im Süden Saudi-Arabiens sieben Zivilisten getötet worden. Die Rakete schlug in der Stadt Najran ein, wie die amtliche Agentur SPA berichtete. Es war die höchste Opferzahl von Zivilisten bei einem Angriff, seit das sunnitische Königreich im März 2015 in den Konflikt im Jemen eingegriffen hat.

"Najran ist heute traurig und getroffen", sagte ein Bewohner. Die Menschen in der Stadt, die bereits in der Vergangenheit angegriffen worden war, seien "beunruhigt", aber sie hätten keine Angst, fuhr er fort. Auf Videos, die in Sozialen Netzwerken verbreitet wurden, waren Flammen und verstreute Trümmer zu sehen, zwei Leichen lagen auf dem Boden.

Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt seit März 2015 mit Luftangriffen den Kampf der jemenitischen Regierungstruppen gegen die schiitischen Houthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee. Die Rebellen kontrollieren die Hauptstadt Sanaa und einen großen Teil des Nordens. Immer wieder kommt es auch im Grenzgebiet zu tödlichen Vorfällen.

Der Bürgerkrieg im Jemen hat bisher Schäden an der Infrastruktur des Landes sowie wirtschaftliche Ausfälle in Höhe von mehr als 14 Milliarden Dollar verursacht. Das geht aus einem Bericht von Anfang Mai hervor, an dem unter anderem die Weltbank, die Vereinten Nationen und die Europäische Union beteiligt waren. Weil der Konflikt andauere, seien die Zahlen vorläufig und würden sich noch erhöhen, heißt es darin.

In den 16 Monaten des Kriegs wurden bisher über 6.500 Menschen getötet, die Hälfte davon Zivilisten. Eine Allianz vor allem aus Golf-Staaten steht auf der Seite der international anerkannten Regierung von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi, die vor den schiitischen Houthi-Rebellen ins benachbarte Saudi-Arabien geflüchtet ist. Die Aufständischen sind ihrerseits mit dem Iran verbündet, so dass es im Jemen nicht zuletzt um die Rivalität zwischen den beiden Regionalmächten geht.

Dem Bericht zufolge wurden beispielsweise 1.671 Schulen beschädigt. Hunderte Schulen dienten geflüchteten Menschen, 33 seien von bewaffneten Gruppen in Beschlag genommen worden. In Taiz, der drittgrößten Stadt des Landes, sei das öffentliche Gesundheitssystem fast vollständig zusammengebrochen.

Quelle: Apa/Ag.

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