Weltpolitik

Silvester-Attentäter wollte am Taksim-Platz Anschlag verüben

Der in der Nacht auf Dienstag in Istanbul festgenommene mutmaßliche Silvester-Attentäter wollte das Attentat ursprünglich am Taksim-Platz verüben. "Ich kam am Taksim an, aber es gab intensive Sicherheitsmaßnahmen. Es war nicht möglich, dort einen Angriff durchzuführen", zitierte am Mittwoch die türkische Tageszeitung "Hürriyet Daily News" aus einem Protokoll mit Abdulgadir Mascharipow.

Der mutmaßliche Attentäter wurde festgenommen.  SN/APA (AFP)/HANDOUT
Der mutmaßliche Attentäter wurde festgenommen.

Daraufhin habe der 34-jährige Usbeke mit seinem Kontaktmann gesprochen, der ihm den Auftrag gegeben habe, einen neuen Anschlagsort zu suchen. Mascharipow sei dann mit dem Taxi herumgefahren. "Das Reina schien richtig. Es gab nicht viele Sicherheitsvorkehrungen", so der Usbeke. Sein Auftraggeber habe ihm dann den Befehl gegeben, dort anzugreifen.

Laut türkischen Medienberichten soll der mutmaßliche Attentäter den Anschlag auf den Club "Reina" gegen Bezahlung ausgeführt haben. Bei seiner Festnahme seien rund 185.000 Euro in seiner Istanbuler Wohnung gefunden worden, sagte Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin.

Der Festgenommene habe die Tat gestanden, so Sahin. Türkische Medien berichteten, dass der Usbeke für die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien gekämpft habe. Sahin sagte, Mascharipow sei ein "gut trainierter Terrorist", der in Afghanistan ausgebildet worden sei.

Bei dem Attentat in der Silvesternacht war ein Attentäter in den exklusiven Istanbuler Club "Reina"eingedrungen und hatte wahllos auf Feiernde geschossen. Dabei wurden 39 Menschen getötet, darunter mindestens 26 Ausländer. Dem Mann war anschließend die Flucht gelungen. Der IS hatte die Tat für sich reklamiert.

Die "Hürriyet Daily News" berichtete am Mittwoch, dass usbekische Behörden eine Erklärung zu Mascharipow veröffentlicht hätten. Er werde in Usbekistan wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation gesucht. Ein usbekischer Sicherheitsbeamter sagte der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi, dass Mascharipow Usbekistan vor sechs Jahren verlassen habe, um nach Afghanistan zu ziehen.

Quelle: APA

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