Weltpolitik

Skandalumwitterter schottischer Kardinal O'Brien gestorben

Der schottische Kardinal Keith Michael Patrick O'Brien ist am Montag im Alter von 80 Jahren gestorben. Dies berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA laut Kathpress. 2015 hatte er auf seine Kardinalsprivilegien verzichtet.

Der 1938 in Nordirland geborene frühere Erzbischof von St. Andrews und Edinburgh war unter anderem beschuldigt worden, sich Anfang der 1980er Jahre gegenüber vier Priesteramtskandidaten "unangemessen" verhalten zu haben. Später kamen auch Vorwürfe weiterer sexueller Avancen, meist gegenüber jungen Seminaristen, zum Vorschein.

Dies ersten Beschuldigungen tauchten im Februar 2013 auf, kurz nachdem O'Brien aus Altersgründen vom Amt des Erzbischofs zurückgetreten war. Der Kardinal nahm aus diesem Grund nicht an der Papstwahl vom März 2013 teil.

Der schottische Kardinal hatte die Vorwürfe gegen ihn zunächst zurückgewiesen. Wenig später räumte er indirekt Fehlverhalten ein und bat bei der Kirche sowie bei allen Personen um Vergebung, die er mit seinem Verhalten verletzt habe. Papst Franziskus verordnete O'Brien im Mai 2013 einige Monate des geistlichen Rückzugs außerhalb von Schottland.

Seither lebte der emeritierte Erzbischof zurückgezogen. Er starb im nordenglischen Newcastle-upon-Tyne zwei Tage nach seinem 80. Geburtstag an den Folgen einer Kopfverletzung, die er sich bei einem Sturz im Vormonat zugezogen hatte.

Quelle: APA

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