Weltpolitik

SOS-Kinderdorf Damaskus von Mörsergranaten getroffen

Infolge zunehmender Kampfhandlungen ist das SOS-Kinderdorf Damaskus von zwei Mörsergranaten getroffen worden. "Alle 156 Kinder und 46 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs sind physisch unversehrt geblieben und wurden evakuiert", berichtete Alia Al-Dalli, Direktorin der SOS-Kinderdörfer im Nahen Osten und Nordafrika, am Mittwoch. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag.

SOS-Kinderdorf ist seit 30 Jahren in Syrien tätig und wird seine Arbeit fortsetzen. Die Hilfsorganisation appellierte an alle Konfliktparteien in Syrien und an die Weltgemeinschaft, die Gewalt zu beenden, sich rasch für eine neue Waffenruhe und sichere Hilfstransporte einzusetzen. "Der Zusammenbruch der Waffenruhe hat zu einer Eskalation der Gewalt geführt, von deren Auswirkungen Frauen und Kinder ganz besonders betroffen sind", sagte Al-Dalli. "Wir werden trotz der schwierigen Lage unsere humanitäre Hilfe fortsetzen und geflohene, schutzlose Kinder und Familien weiter mit lebenswichtigen Gütern und medizinischer Hilfe versorgen."

In und um Aleppo versorgt SOS-Kinderdorf in Zusammenarbeit mit dem Syrian Arab Red Crescent (SARC) laut Aussendung täglich bis zu 2.500 Familien, also ca. 12.000 Personen, mit einer warmen Mahlzeit. Zusätzlich wurden 1.000 Essenspakete mit Lebensmitteln für eine Familie für ein Monat bereitgestellt. Rund 2.000 Personen erhalten jeden Tag Trinkwasser. Mit Speichertanks und Lieferwägen möchte SOS-Kinderdorf die Trinkwasserversorgung auf 7.000 Menschen ausdehnen.

Im SOS-Team für Aleppo ist derzeit ein Mediziner im Einsatz, SOS-Kinderdorf plant, noch zwei Ärzte hinzuzuziehen. Bisher wurden 300 Kinder ärztlich betreut und mit Medikamenten versorgt. Vier Kinder wurden in sehr kritischem Zustand in andere medizinische Einrichtungen überführt und ein Kind mit einem Rollstuhl ausgestattet. Für Schwangere und Frauen mit Säuglingen wurden Baby-Pakete (Säuglingsmilch, Windeln, Decken, Kleidung) verteilt und an Familien 1.100 Hygienepakete mit einem Monatsvorrat an Seife, Zahnpasta und Waschpulver.

Quelle: APA

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