Weltpolitik

Sozialisten und Opposition verhandeln in Venezuela

In Venezuela gibt es laut Insidern Geheimgespräche zwischen Verbündeten von Präsident Nicolas Maduro und seinem schärfsten Widersacher, Oppositionsführer Juan Guaido. Hintergrund seien die Probleme durch die Virus-Krise, die hohe Inflation und den Benzin-Mangel, sagten mehrere, mit den Gesprächen vertraute Personen den Medien.

Venezuelas Präsident Maduro verhandelt mit der Opposition SN/APA (AFP)/YURI CORTEZ
Venezuelas Präsident Maduro verhandelt mit der Opposition

Auch gebe es Sorgen bei Mitgliedern von Maduros sozialistischer Partei, wie es mit ihnen bei einem möglichen Regierungswechsel im Zuge immer schärferer US-Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela weitergehen könnte.

Bei den Gesprächen gibt es demnach keine klare Agenda. "Es gibt zwei Extreme: Maduro und solche, die glauben, das Virus wird Guaido seine Führungsrolle (in der Opposition) kosten und die auf der anderen Seite, die hoffen, dass die Krise Maduro zu Fall bringt", sagte einer der Insider. "Ich glaube, wir müssen Lösungen finden."

Offen blieb, wie Maduro und Guaido zu solchen Gesprächen stehen. Maduro ist der gewählte Präsident und wird etwa von Russland und China unterstützt. Guaido ist Parlamentspräsident und hat sich 2019 zum Interimspräsidenten ernannt. Maduro wird von den USA und rund 50 weiteren Ländern - darunter von der türkis-grünen Regierung in Österreich - als legitimer Anführer anerkannt.

Guaido twitterte am Dienstagabend (Ortszeit) die angaben im Reuters-Bericht seien "falsch". Es gebe nur einen möglichen Weg zur Rettung Venezuelas und das sei die Bildung einer Notstandsregierung. Das venezolanische Informationsministerium äußerte sich auf Anfragen nicht. Ein Insider der auf Guaidos Seite stehenden US-Regierung sagte Reuters, es gebe diverse private Gespräche zwischen Mitgliedern des Regimes und der Opposition. "Was es nicht gibt, sind irgendwelche politischen Verhandlungen."

Venezuela ist unter dem seit 2013 regierenden Maduro tief in eine Wirtschaftskrise geraten. Das Land leidet unter extremer Inflation sowie einem Mangel an Grundnahrungsmitteln und Medikamenten. Dies hat zu einer Massenflucht in Nachbarländer geführt.

Quelle: Apa/Ag.

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