Weltpolitik

SPD-Chefin Nahles will Türkei in Finanzkrise unterstützen

SPD-Chefin Andrea Nahles hat ihre Forderung bekräftigt, Deutschland solle der an den Finanzmärkten unter Druck geratenen Türkei helfen. "Die Wirtschafts- und Finanzkrise in der Türkei ist durch die US-Sanktionen erheblich verschärft worden und kann zur echten Bedrohung werden. Das kann uns in Deutschland nicht egal sein", so Nahles in einem Interview der "Passauer Neuen Presse" (Mittwochausgabe).

Das Land am Bosporus darf Deutschland nicht egal sein SN/dpa/Bernd von Jutrczenka
Das Land am Bosporus darf Deutschland nicht egal sein

Es sei im europäischen und im deutschen Interesse, dass die Türkei nicht in Turbulenzen gerate, die zur Destabilisierung der gesamten Region führten. Deshalb sei es richtig, dass die deutsche Regierung mit der Türkei auf allen Ebenen im Gespräch bleibe.

Zur Diskussion um mögliche finanzielle Hilfen für das Land sagte Nahles: "Davon habe ich nicht gesprochen, hier ist es offenbar in den Köpfen mancher zu freien Assoziation gekommen." Aber sie sei froh über die Debatte. Sie habe "bewusst ein klares Signal gesendet, dass uns das Schicksal der Türkei nicht egal ist".

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte zuletzt gesagt, etwaige Hilfen stünden nicht im Vordergrund der Beratungen mit der türkischen Führung vor dem für Ende September geplanten Deutschland-Besuch von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Der starke Lira-Verfall an den Devisenmärkten setzt der Türkei momentan zu. Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) lehnt die Regierung in Ankara aber ab. Sie sind stets mit wirtschaftspolitischen Auflagen verbunden.

Quelle: Apa/Ag.

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