Weltpolitik

SPD legte in Forsa-Umfrage zu - Schulz gleichauf mit Merkel

Die SPD legt nach der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten in den Umfragen weiter zu. Im Mittwoch veröffentlichten Wahltrend des Meinungsforschungsinstituts Forsa für "stern" und RTL überspringen die deutschen Sozialdemokraten zum zweiten Mal in kurzer Zeit nach zuletzt 2012 die 30-Prozentmarke auf 31 Prozent. Stärkste Kraft bleibt die CDU/CSU, die einen Punkt auf 34 Prozent abgibt.

Die SPD ist weiter im Aufwind.  SN/APA (dpa)/Carsten Rehder
Die SPD ist weiter im Aufwind.

Forsa-Chef Manfred Güllner führt den Zuspruch zur SPD vor allem darauf zurück, dass Parteichef Sigmar Gabriel auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz verzichtet hat. "Man ist einfach froh, dass Gabriel nicht mehr da ist", sagte Güllner zu Reuters-TV.

Der SPD-Chef hatte am 24. Jänner angekündigt, dass der bisherige Europapolitiker Schulz Kanzlerkandidat werden und auf einem Sonderparteitag am 19. März auch den Parteivorsitz übernehmen soll. Der Parteivorstand schlug Schulz mittlerweile für beide Ämter einstimmig vor. Gabriel plant keinen Rückzug: Er bleibt Vizekanzler und ist seit fast zwei Wochen Außenminister als Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier, der am Sonntag zum Bundespräsidenten gewählt werden soll. Zuvor war er auch Wirtschaftsminister.

Nach dem für "Bild" erstellten Insa-Wahltrend vom Montag ist die Forsa-Umfrage die zweite, in der die SPD auf 31 Prozent klettert. Bei Insa hatten die Sozialdemokraten sogar die Union (30 Prozent) überholt. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel büßt bei Forsa fünf Prozentpunkte an Zuspruch ein. Mit 37 Prozent liegt sie im direkten Duell nur noch gleichauf mit Schulz, der vier Prozentpunkte gutmachte.

"Eine so entschiedene Wechselstimmung aber wie 1998, als Gerhard Schröder mit dem weitverbreiteten Überdruss an 16 Jahren Helmut Kohl punkten konnte, können wir momentan noch nicht ausmachen", zitiert "stern" den Forsa-Chef. Zulauf bekommt die SPD laut Güllner von Anhängern anderer Parteien, auch von der AfD. Diese verliert in der Umfrage einen Punkt auf zehn Prozent. Einen Punkt abgeben müssen auch Linke (acht Prozent) und FDP, die mit fünf Prozent um ihren Einzug in den Bundestag bangen muss. Die Grünen verharren bei acht Prozent.

Allein mit dem Thema soziale Gerechtigkeit wird es der SPD nach Einschätzung Güllners nicht gelingen, ihren Aufstieg in den Umfragen zu festigen. Er verwies darauf, dass die Sozialdemokraten zwischen 1998 und 2009 zehn Millionen Wähler verloren. "Die kommen aus der politischen und gesellschaftlichen Mitte", sagte Güllner Reuters-TV. "Die muss Schulz ansprechen. Das gelingt nicht mit dem Thema soziale Gerechtigkeit." Dazu müsse die SPD andere zukunftsorientierte Themen wie etwa Chancen für Kinder und Enkel wie auch Bildung besetzen.

Quelle: Apa/Ag.

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