Weltpolitik

Staatstrauer nach Tod von Irans Ex-Präsident Rafsanjani

Nach dem Tod des ehemaligen iranischen Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani hat am Montag im Land eine dreitägige Staatstrauer begonnen. Die politische und geistliche Führung des Landes fand sich zu einer Gedenkzeremonie in einem Saal im Norden Teherans an, der sich im Besitz der Familie von Ayatollah Khomeini befindet.

Rafsanjani starb am Wochenende.  SN/APA (AFP)/ATTA KENARE
Rafsanjani starb am Wochenende.

Rafsanjani war ein enger Vertrauter des 1989 verstorbenen Obersten Geistlichen Führers der 1979 gegründeten Islamischen Republik Iran. Er starb am Sonntag im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Rafsanjani, der von 1989 bis 1997 Präsident war, sollte am Dienstag in Ayatollah Khomeinis Mausoleum im Süden der Hauptstadt beigesetzt werden. Bei den Feierlichkeiten aus diesem Anlass dürfte das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, eine herausragende Rolle spielen. Khamenei muss auch rasch einen Nachfolger für Rafsanjani an der Spitze des Schlichtungsrats nominieren. Die Aufgabe des Ratsvorsitzenden besteht vor allem darin, das geistliche Oberhaupt zu beraten.

Khameneis Wahl dürfte ausschlaggebend für die heikle Machtverteilung innerhalb der iranischen Führungsspitze sein. Rafsanjani galt als pragmatischer Konservativer, der zwischen den unterschiedlichen Lagern lavierte. Gegen den ultrakonservativen Hardliner Mahmoud Ahmadinejad, dem er 2005 in der Präsidentschaftswahl unterlag, machte Rafsanjani offen Front.

Nach dem Ende von Ahmadinejad Amtszeit 2013 rief Rafsanjani zur Wahl des als gemäßigt geltenden Politikers Hassan Rouhani auf, der bis heute als Staatschef amtiert und den Rafsanjani bis zuletzt unterstützte. Vor seinem Tod am Sonntag hatte der 82-jährige erklärt, dass er bei der Präsidentschaftswahl im Mai mit einem zweiten Mandat für Rouhani rechne.

Auf den Titelseiten der iranischen Zeitungen war Rafsanjanis Bild auf schwarzem Hintergrund allgegenwärtig. Auf Teherans Straßen waren schwarze Banner als Zeichen der Trauer zu sehen. Sämtliche Konzerte sowie Komödien im Fernsehen wurden abgesagt.

Quelle: Apa/Ag.

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