Friedrich Merz ist der richtige Kandidat zum falschen Zeitpunkt

Bei der CDU bahnen sich Flügelkämpfe an. Damit diese aber nicht zu einer Zerreißprobe werden, braucht es jemanden, der mehr eint, statt entzweit.

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Standpunkt Dorina Pascher

Friedrich Merz hat sich in Stellung gebracht. Seine Ambitionen sind klar: Er will CDU-Vorsitzender werden und - aller Wahrscheinlichkeit nach - als CDU-Kanzlerkandidat 2021 in den Ring steigen. Keine Frage: Merz verfügt über wertvolle Expertise in Sachen Wirtschaft, auf dem internationalen Parkett fühlt er sich wohl, zudem ist er ein exzellenter Rhetoriker. Doch Merz ist der richtige Kandidat zum falschen Zeitpunkt.
Merz, der CDU-Rebell, ist einer der polarisiert. Der sich stark positioniert. Einer, der den konservativen Flügel der CDU stützt. Keine falschen Eigenschaften an sich. Doch das ist nicht das, was die zerrissene Union jetzt braucht. In der CDU bahnen sich Flügelkämpfe an. Damit diese aber nicht zu einer Zerreißprobe werden, braucht es jemanden, der mehr eint, statt entzweit. Jemanden, ja, vielleicht sogar wie Armin Laschet.
Nicht nur als CDU-Vorsitzender, sondern auch als möglicher Kanzlerkandidat wäre Merz momentan nicht die richtige Wahl. Laut aktuellen Umfragen wäre eine Große Koalition nur noch schwer möglich. Stattdessen haben sich die Grünen in den vergangenen Jahren ihren Weg zum Status einer Volkspartei gebahnt. Sie stehen in aktuellen Umfragen bundesweit bei mehr als 20 Prozent. Die SPD dagegen dümpelt stetig zwischen 12 und 14 Prozent.
Eine Koalition mit den Grünen wäre aber unter Merz nur schwer möglich. Der CDU-Mann steht für Privatisierungen in der Wirtschaft und eine härtere Flüchtlingspolitik. Zudem bremst er bei der Energiewende. Die Konfrontationen zwischen Union und den Grünen wären programmiert.

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