Weltpolitik

Streit um Erdgas: Athen weist libyschen Botschafter aus

Aus Protest gegen das Abkommen zwischen der Türkei und Libyen zur Aufteilung ihrer Einfluss- und Interessenszonen im Mittelmeer verweist die griechische Regierung den libyschen Botschafter in Athen des Landes. Der Botschafter habe drei Tage Zeit, das Land zu verlassen, sagte der griechische Außenminister Nikos Dendias am Freitag vor Journalisten.

Dies bedeute jedoch nicht, dass Griechenland seine diplomatischen Beziehungen zu Libyen abbreche. Südlich der griechischen Insel Kreta werden reiche Erdgasvorkommen vermutet. Griechenland und die Türkei gehören beide der NATO an. Auch Zypern, Israel und Ägypten sehen ihre Interessen durch das türkisch-libysche Abkommen verletzt.

Das vergangene Woche unterzeichnete Seegrenzen-Abkommen verstößt nach Einschätzung Griechenlands gegen das internationale Seerecht. Athen betont immer wieder, dass die Türkei und Libyen mit dem Abkommen den griechischen Festlandsockel südlich der Insel Kreta und der Inselgruppe der Dodekanes - dazu gehört auch die Touristeninsel Rhodos - verletzen. Die Türkei vertritt hingegen die Auffassung, diese Inseln hätten nur Hoheitsgewässer und keinen Festlandsockel.

Quelle: Apa/Dpa

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