Weltpolitik

Südtirol-Wahl-Trend: SVP verliert, Lega legt zu

Bei der Südtiroler Landtagswahl muss die regierende Südtiroler Volkspartei (SVP) nach einem ersten Trend mit herben Verlusten rechnen. Kräftig zulegen konnte die Lega. Für eine Überraschung dürfte der Unternehmer Paul Köllensperger sorgen, der 2013 noch für die Fünf-Sterne-Bewegung in das Landesparlament einzog, jetzt aber mit einer eigenen Liste angetreten ist.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher bei einem Treffen 2017.  SN/apa/övp
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher bei einem Treffen 2017.

Kurz vor 23.00 Uhr waren rund 20 Prozent der Stimmen ausgezählt. Hochrechnungen gibt es keine. Die ersten Ergebnisse stammen aus Wahlsektionen der kleineren der 116 Gemeinden. Den bisherigen Ergebnissen zufolge käme die SVP nur noch auf 35,3 Prozent der Stimmen (2013 war sie nach Auszählung aller Stimmen noch bei 45,7 Prozent gelegen). Auf dem zweiten Platz käme die Lega Nord mit 17,0 Prozent, gefolgt vom Team Köllensperger rund um den gleichnamigen Südtiroler Unternehmer mit 13,1 Prozent.

Auf dem vierten Platz lägen nach derzeitigem Stand die Grünen mit 6,9 Prozent. Die bisher mitregierende sozialdemokratische Partito Democratico (PD) würde laut dem bisherigen Auszählungsgrad auf 6,0 Prozent der Stimmen kommen. Verluste müssten auch die deutschsprachigen Rechtsparteien, Freiheitliche und Süd-Tiroler Freiheit, hinnehmen.

In Franzensfeste etwa verliert die SVP leicht und kommt nur noch auf 30,6 Prozent (2013: 33,8). Die Lega fährt dort 21,5 Prozent der Stimmen ein, das Team Köllensperger 16,1 Prozent. Die Freiheitlichen müssen in Franzensfeste deutliche Verluste hinnehmen. Kamen sie 2013 noch auf 20,1 Prozent, waren es beim aktuellen Urnengang nur noch 6,9. Die sozialistische Partito Democratico kommt auf 8,1 Prozent (2013: 11,3 Prozent).

Ein etwas anderes Bild bietet sich in der Gemeinde Brenner: Dort kann die SVP ihren Stimmenanteil von 48,4 auf 57,8 Prozent ausbauen. Das Team Köllensperger landet dort mit 17,3 Stimmen auf dem zweiten Platz. Die Lega erreicht 4,9 Prozent der Stimmen.

In der angrenzenden Provinz Trentino, in der am Sonntag ebenfalls Landtagswahlen abgehalten wurden, schlossen die Wahllokale um 22.00 Uhr. Die Auszählung der Stimmen beginnt allerdings erst am Montag in der Früh um 7.00 Uhr. Die Wahlbeteiligung war im Trentino im Laufe des Tages laut ANSA vergleichbar mit jener im Jahr 2013. Damals hatten knapp 63 Prozent der wahlberechtigten Trentiner ihre Stimme abgegeben.

Der bisherige Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi kandidierte erneut mit seiner Regionalpartei Partito Autonomista Trentino Tirolese (PATT), deren Vorsitzender er zwischen 2003 und 2012 war. Allerdings werden ihm kaum Chancen auf eine Wiederwahl eingeräumt, da er die Unterstützung der Mitte-Links-Parteien, die 2013 hinter ihm standen, verloren hat. Dagegen könnte die rechtspopulistische Lega den Landeshauptmannsessel erobern. Im Trentino erhält anders als in Südtirol die erfolgreichste Wahlallianz automatisch 18 der 35 Sitze im Landtag.

Quelle: APA

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