Weltpolitik

Syrien-Gespräche in Astana sollen mehrere Tage dauern

Die Syrien-Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana ab kommenden Montag sind nach russischen Angaben auf mehrere Tage angelegt. An dem Treffen zwischen einer syrischen Regierungsdelegation und Vertretern von Oppositionsgruppen werde Russland nicht auf Ministerebene, sondern mit Experten teilnehmen, so die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau.

"Es ist nicht vorgesehen, nur einen Tag in Astana zu beraten. Vorgesehen sind mehrere Tage." Das Treffen in Kasachstan findet auf Betreiben Russlands, der Türkei und des Irans statt. Die russische Agentur Interfax meldete aus Damaskus, die Regierungsdelegation solle vom syrischen UNO-Botschafter Baschar Dschaafari geführt werden. Dazu kämen der syrische Botschafter in Russland, Riad Haddad, und Vertreter von Präsidialamt, Außenministerium, Verteidigungsministerium und Geheimdienst.

Dschaafari ist auch syrischer Chefunterhändler bei den unterbrochenen Friedensgesprächen unter Ägide der UNO in Genf. Der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow sagte, er hoffe darauf, dass die Genfer Verhandlungen wie geplant am 8. Februar fortgesetzt werden.

Der syrische Machthaber Bashar al-Assad rechnet zunächst lediglich mit Verhandlungen über eine Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland. "Es ist nicht klar, ob diese Konferenz sich mit dem politischen Dialog beschäftigen wird, weil bisher unklar ist, wer teilnehmen wird", sagte Assad dem japanischen Sender TBS in einem Interview. Er hoffe aber, dass die Gespräche eine Basis für einen solchen Dialog schaffen würden, hieß es in Auszügen des Interviews, die am Donnerstag vom Präsidentenpalast veröffentlicht wurden. Eine gegenwärtig geltende Feuerpause ist brüchig.

Die Gespräche sollen am 23. Jänner im kasachischen Astana auch mit zahlreichen Rebellengruppen beginnen. Die radikalislamische Organisation Ahrar al-Scham hatte am Mittwoch allerdings angekündigt, der Veranstaltung fernbleiben zu wollen. Ahrar al-Scham hatte seine Absage unter anderem damit begründet, dass seine Mitglieder im umkämpften Tal Wadi Barada trotz der Waffenruhe immer wieder Angriffen der Regierung ausgesetzt seien. Das Tal ist strategisch wichtig, weil Millionen Menschen in Damaskus von hier aus ihr Trinkwasser erhalten. Allerdings ist die Versorgung seit vier Wochen unterbrochen, wofür sich die verfeindeten Parteien gegenseitig verantwortlich machen.

Nach Angaben des UNO-Nothilfekoordinators für Syrien, Jan Egeland, ist die Lage für viele Syrer weiter dramatisch. Seit nun 27 Tagen halte der Wasser-Notstand für 5,5 Millionen Menschen in Damaskus an, nachdem Versorgungsanlagen zerstört worden seien. Reparaturversuche seien nach Angriffen von Scharfschützen eingestellt worden.

Quelle: Apa/Dpa

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