Weltpolitik

Syrische Armee verstärkt Angriffe bei Damaskus

Vor den wichtigen Friedensgesprächen in Genf hat die syrische Armee ihre Angriffe auf die Rebellen bei Damaskus verstärkt. Bei Luftangriffen auf die Viertel Barseh und Kabun im Norden und Nordosten der syrischen Hauptstadt seien mindestens sieben Menschen getötet worden, meldete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag.

"Dies ist der dritte Tag des Bombardements - Raketen, Artillerie, Mörser und Luftangriffe", sagte der Medienaktivist Hamsa Abbas aus Kabun der Nachrichtenagentur AFP. Betroffen seien Kabun, Barseh und Tischreen. Bereits am Samstag waren bei einem Raketenangriff auf eine Beerdigung laut der Beobachtungsstelle 16 Menschen getötet worden. In Kabun galt seit 2014 eine Waffenruhe, doch nahm zuletzt die Gewalt wieder zu.

Vertreter von Regierung und Rebellen kommen am Donnerstag in Genf unter Vermittlung der UNO zu neuen Verhandlungen zusammen. Die Opposition warf der Regierung vor, die Gespräche sabotieren zu wollen. Die Angriffe seien "eine blutige Botschaft eines kriminellen Regimes wenige Tage vor politischen Verhandlungen in Genf, die zeigen, dass es jede politische Lösung ablehnt", erklärte das Hohe Verhandlungskomitee der Opposition.

Bei einer Autoexplosion in Syrien sind indes mindestens vier russische Militärberater getötet worden. Das Fahrzeug explodierte auf dem Weg vom Militärflughafen Tijas in die Stadt Homs, als es über eine Mine fuhr, wie das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag mitteilte. Demnach ereignete sich der Vorfall bereits am Donnerstag.

Zwei weitere russische Soldaten seien bei der Explosion in Zentralsyrien verletzt worden. Der Konvoi sei vom Militärflughafen Tijas nach Homs unterwegs gewesen.

Mit den Opfern des Anschlags stieg die offiziell von Moskau bestätigte Zahl der getöteten russischen Soldaten im Syrien-Einsatz auf 26. Die russische Armee hatte im September 2015 aufseiten der syrischen Regierung in den Bürgerkrieg eingegriffen.

Die russische Armee unterstützt die syrischen Streitkräfte seit 2015 vor allem mit Luftangriffen. Moskau zählt zu den wichtigsten Verbündeten des Machthabers Bashar al-Assad.

Quelle: Apa/Ag

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