Weltpolitik

Syrische Kurden verkünden Rückkehr von 31.000 Irakern

Die syrischen Kurden haben eine Einigung mit der irakischen Regierung über die Rückführung Zehntausender irakischer Zivilisten aus den Vertriebenenlagern im Nordosten Syriens verkündet. Die Vereinbarung zur Rückkehr von 31.000 Iraker sei beim Besuch einer irakischen Regierungsdelegation in der kurdischen Autonomieverwaltung getroffen worden, sagte der Kurdenvertreter Mahmud Kero am Donnerstag.

Bei den Irakern handelt es sich demnach vorwiegend um Frauen und Kinder, die in Lagern im kurdischen Nordosten leben. Während der monatelangen Kämpfe mit der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im Osten Syriens waren tausende IS-Kämpfer und ihre Angehörigen gefangen genommen worden. Während die Kämpfer in Gefängnissen inhaftiert wurden, brachten die syrischen Kurden die IS-Frauen und ihre Kinder in Lager unter ihrer Verwaltung.

Ein irakischer Regierungsvertreter sagte, die meisten Iraker stammten aus den irakischen Provinzen Ninive und Salaheddin, die lange Hochburgen der IS-Miliz waren. Ein Vertreter des irakischen Vertriebenenministeriums sagte, die irakischen Behörden würden die Rückkehrer einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen, um sicherzustellen, dass Angehörige von IS-Kämpfern nicht unerkannt in der Bevölkerung untertauchten.

Laut Kero haben sich bisher 4000 Iraker zur Rückkehr gemeldet, doch müsse der Irak noch die Grenze öffnen. Ein Problem sei, dass viele Iraker keine gültigen irakischen Papiere hätten, darunter viele in Syrien geborene Kinder. Ein Vertreter einer Hilfsorganisation sagte, unter den Irakern seien viele elternlose Kinder, schwangere Frauen sowie Alte und Behinderte. Ihre Sicherheit und Gesundheit zu schützen, werde eine Herausforderung sein.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 30.10.2020 um 05:45 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/syrische-kurden-verkuenden-rueckkehr-von-31-000-irakern-68650858

Kommentare

Schlagzeilen