Weltpolitik

Taliban hängten afghanische Sicherheitskräfte und Zivilisten

Radikalislamische Taliban haben in der entlegenen westafghanischen Provinz Farah sechs Männer gehängt. Unter ihnen seien drei Soldaten und zwei Polizisten gewesen, sagte der Leiter der Polizeioperationen der Provinz am Mittwoch. Aber auch ein Zivilist soll hingerichtet worden sein. Als Grund für die Todesstrafe hätten die Aufständischen Kollaboration mit der Regierung genannt.

Vor der Hinrichtung hat es den Angaben zufolge eine Verhandlung vor einem Taliban-Gericht gegeben. Die Tat sei bereits vergangene Woche Donnerstag passiert. Die Männer seien vor einigen Wochen entführt worden.

Die Taliban entführen und töten afghanische Sicherheitskräfte seit Monaten. Damit wollen sie Regierung, Armee und Polizei verunsichern.

Inzwischen warnte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht davor, dass afghanische Sicherheitskräfte zunehmend Schulen als Basis für ihre Militäroperationen benützten. Damit gefährdeten sie Tausende Kinder und deren Schuldbildung, so Human Rights Watch in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. "Nicht nur die Taliban schaden Kindern", erklärte die Afghanistan-Beauftragte von HRW, Patricia Gossman. "Kinder werden gefährdet von denjenigen, die sie beschützen sollen." Schulen würden so zum Ziel der Angriffe radikalislamischer Taliban.

Wie viele Schulen landesweit betroffen sind, geht aus dem Papier nicht hervor. Er konzentriert sich auf zwölf Schulen in der Nordprovinz Baghlan. Der Bericht nennt aber viele Beispiele.

Demnach hatte die Polizei schon 2010 eine Mittelschule im Dorf Postak Basar besetzt. Bei einem Taliban-Angriff wurden sieben Polizisten in einem Klassenraum erschossen. 2015 kam die Polizei wieder und richtete einen Posten im Untergeschoß ein, während der Unterricht oben fortgesetzt werden sollte. Als Lehrer Druck machten, schoss der Kommandant in ihre Richtung, um sie zu verscheuchen.

Ein weiteres Beispiel ist ein Gymnasium im Dorf Kalai Chuascha für 1.850 Buben und Mädchen. Bei Gefechten mit Taliban in der Gegend Anfang 2016 seien 20 bis 30 Soldaten in der Schule stationiert gewesen und hätten von dort aus gegen sie gekämpft. Mehrere Klassenräume, Dächer und viel Lehrmaterial sei zerstört worden.

Quelle: Apa/Dpa

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