Weltpolitik

Taliban setzen Vormarsch in Afghanistan fort

Die radikal-islamischen Taliban setzen ihren Vormarsch in der zentral-afghanischen Provinz Urusgan fort. Die Taliban-Kämpfer seien bis auf wenige Kilometer an die Provinzhauptstadt Tarin Kot vorgerückt, warnten lokale Regierungsvertreter am Mittwoch. Ohne Luftunterstützung und eine Verstärkung der Bodentruppen sei die Stadt kaum zu halten, sagte der Bürgermeister des Ortes, Abdel Karim.

Taliban setzen Vormarsch in Afghanistan fort SN/APA (AFP)/WAKIL KOHSAR
Taliban bekannten sich zu Anschlag in Kabul.

Den Regierungssoldaten und Polizisten vor Ort fehle es an Munition, um die Taliban-Offensive aufzuhalten. Die Islamisten erklärten im Internet, sie hätten bereits 15 Außenposten der Armee überrannt, darunter eine Militär-Basis.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 massiv verschlechtert. Die Taliban halten inzwischen mehr Gebiete als je zuvor seit ihrem Sturz 2001 in ihrer Hand. Im vergangenen Herbst konnten sie auch kurzzeitig die Stadt Kunduz unter ihre Kontrolle bringen.

Zuvor hatte sich die Taliban zum Anschlag auf das Gelände der internationalen Hilfsorganisation Care in der afghanischen Hauptstadt Kabul bekannt. Bewaffnete hatten am späten Montagabend den Komplex, zu dem auch ein Gästehaus gehört, im Zentrum der afghanischen Hauptstadt angegriffen und sich ein mehr als elfstündiges Gefecht mit Sicherheitskräften geliefert. Drei Angreifer starben.

Das Care-Gelände sei nur als Gästehaus getarnt und in Wahrheit ein "Beratungs- und Planungszentrum von Geheimdiensten", schrieb die Terrorgruppe in einer Mitteilung am Dienstagabend. Die Aufständischen hätten das Gelände während der vergangenen drei Monate observiert.

Die Täter zunächst eine Autobombe gezündet, um auf das Gelände zu gelangen. Sicherheitskräfte konnten 42 Menschen aus dem Komplex retten. In den vergangenen Monaten haben die Taliban immer wieder schwere Anschläge in Kabul verübt. Nur wenige Stunden vor dem Angriff auf Care hatten die Aufständischen bei einem Doppelanschlag mindestens 35 Menschen vor dem Verteidigungsministerium getötet.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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