Weltpolitik

Tausende fliehen aus Tripolis

In unmittelbarer Nähe der libyschen Hauptstadt Tripolis haben sich Rebellen und Regierungstruppen am Freitag erneut heftige Gefechte geliefert. Im Stadtzentrum waren in den frühen Morgenstunden Geschützfeuer und Explosionen zu hören. Nach Angaben der Vereinten Nationen verließen 3.500 Menschen in den vergangenen 24 Stunden ihre Häuser, insgesamt damit schon 9.500 Personen.

Die Libysche Nationalarmee (LNA) von General Khalifa Haftar kämpfte in der Gegend des stillgelegten internationalen Flughafens und im Bezirk Ain Sara gegen die Streitkräfte der international anerkannten Regierung. Nach ihrem Vormarsch hat sich die LNA in den südlichen Vororten von Tripolis etwa elf Kilometer vom Zentrum entfernt festgesetzt. Bei den Gefechten sind nach früheren Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits Dutzende Menschen gestorben.

Die WHO hat nach eigener Auskunft Krisenpläne für den Fall, dass die Zahl der Flüchtlinge in die Hunderttausende steigt. Dann seien wegen der schlechten sanitären Lage Epidemien zu erwarten. Der UNO-Friedensplan für das zerrissene nordafrikanische Land ist in Gefahr. Ferner wird befürchtet, dass sich islamistische Milizen das Chaos zunutze machen und die riskante Migration über das Mittelmeer zunimmt. Libyen ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge, die Europa erreichen wollen. Der Chef der staatlichen Ölgesellschaft, Mustafa Sanalla, warnte vor einer Zerstörung der Produktion.

Quelle: Apa/Ag.

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