Weltpolitik

Thailands König mahnt Abgeordnete im neuen Parlament

Thailands König Maha Vajiralongkorn hat am Freitag das neu gewählte Parlament zu verantwortungsvoller Arbeit gemahnt. Zwei Monate nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Wahl appellierte der Monarch am Freitag in Bangkok an die Abgeordneten: "Bitte seien Sie sich bewusst, dass Ihr gesamtes Handeln die nationale Sicherheit betreffen und zu Glück oder Leid des Volkes führen kann."

Thailand seit 1932 keine absolute Monarchie mehr SN/APA (Archiv/AFP)/JEWEL SAMAD
Thailand seit 1932 keine absolute Monarchie mehr

Das südostasiatische Land ist schon seit 1932 keine absolute Monarchie mehr. Der König hat aber weiterhin großen Einfluss auf die Politik. Am Freitag stand zunächst die konstituierende Sitzung des Senats auf dem Programm. Dessen 250 Mitglieder wurden nicht gewählt, sondern auf Vorschlag der amtierenden Militärregierung vom König ernannt.

Am Samstag tagt das Unterhaus mit insgesamt 500 Abgeordneten zum ersten Mal. Einem der prominentesten Oppositionspolitiker hat das Verfassungsgericht seinen Sitz allerdings entzogen. Der Vorsitzende der Partei Future Forward, Thanathorn Juangroongruangkit, darf sein Mandat wegen einer Beschwerde der Wahlkommission vorläufig nicht antreten.

Die vom Militär eingesetzte Kommission wirft dem vielfachen Millionär vor, gegen das Wahlgesetz verstoßen zu haben. Er soll seine Beteiligung an einem Medienunternehmen verschwiegen haben. Als Kandidat hätte er sagen müssen, dass er Anteile besitzt. Kritiker halten dies für einen weiteren Versuch, die demokratische Opposition zu verhindern. Kommende Woche wird vermutlich der neue Premierminister gewählt. Die besten Chancen hat der amtierende Regierungschef Prayut Chan-o-cha, der sich vor fünf Jahren an die Macht geputscht hatte.

Quelle: Apa/Dpa

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