Weltpolitik

Tod in der Stammkneipe

Der ukrainische Rebellenchef Alexander Sachartschenko war einer der bestbewachten Männer Osteuropas.

Alexander Sachartschenko, gelernter Elektriker, abgebrochener Jusstudent und Chef der von Russland abhängigen Donezker Rebellenrepublik. SN/AP
Alexander Sachartschenko, gelernter Elektriker, abgebrochener Jusstudent und Chef der von Russland abhängigen Donezker Rebellenrepublik.

Alexander Sachartschenko, war kein Vater, keine Kultfigur des Donbass-Aufstandes wie Igor Strelkow, der Kommandeur der russischen Berufskrieger, die im April 2014 den bewaffneten Kampf gegen die ukrainische Zentralgewalt entfachten. Aber nach dem sehr klanglosen Verschwinden Strelkows zurück nach Russland ernannten die Moskauer Drahtzieher den gelernten 42jährigen Grubenelektriker zum Chef der Donezker Rebellenrepublik. Und quasi zum proletarischen Gesicht des ostukrainischen Separatismus. Er kommandierte ein Freiwilligenbataillon, ein Draufgänger mit grobem Charisma, der auch als Regierungschef oft an der Front auftauchte und noch im Februar 2015 am Bein verletzt wurde. Das kurz darauf ausgehandelte Minsker Abkommen, das eine Wiedereingliederung der Rebellengebiete in den ukrainischen Staat vorsieht, torpedierte er ständig. "Nein", antwortete er auf die Frage eines Reporters, ob das Donbass wieder zur Ukraine gehören werde. "Aber die Ukraine wird zum Donbass gehören."

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