Weltpolitik

Tote bei neuen Protesten gegen irakische Regierung

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind bei erneuten Protesten gegen die Regierung in der Nacht auf Montag mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Damit stieg die Zahl der Toten seit Beginn der Demonstrationen vor einer Woche nach Angaben von Polizei und Medizinern auf mindestens 110. Mehr als 6.000 Menschen wurden der Regierung zufolge verletzt.

Seit Tagen gibt es heftige Proteste im Irak SN/APA (AFP)/AHMAD AL-RUBAYE
Seit Tagen gibt es heftige Proteste im Irak

Das irakische Militär räumte "übermäßige Gewaltanwendung" ein. "Wir haben damit begonnen, jene zur Verantwortung zu ziehen, die diese falschen Handlungen begangen haben", teilte das Militär am Montag mit.

Regierungschef Adel Abdul Mahdi habe angeordnet, "alle militärischen Einheiten aus Sadr City abzuziehen und durch Polizeieinheiten zu ersetzen", teilte das Militär mit. Demnach rief Mahdi zudem alle Truppen dazu auf, sich während der Proteste an die "Einsatzregeln" zu halten.

Erstmals seit dem Ausbruch der Protestwelle am vergangenen Dienstag räumte das Militär damit unverhältnismäßige Gewalt bei den Demonstrationen ein. Demonstranten hatten den Sicherheitskräften zuvor vorgeworfen, mit scharfer Munition auf Protestteilnehmer geschossen zu haben.

Die teils gewaltsamen Proteste hatten am Dienstag vergangener Woche begonnen. Die Menschen demonstrieren gegen die hohe Arbeitslosigkeit, Misswirtschaft und die grassierende Korruption. Die Regierung hat Reformen versprochen. Ein 17-Punkte-Plan stellt unter anderem Unterstützung für Arbeitslose sowie Hinterbliebene von getöteten Demonstranten in Aussicht.

Aufgerufen am 28.11.2021 um 12:38 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/tote-bei-neuen-protesten-gegen-irakische-regierung-77310601

Schlagzeilen