Weltpolitik

Träume sind wasserfest

Das Glück lockte am Horizont und Fatima stieg mit ihren Kindern an der ägyptischen Küste in ein Boot nach Europa. Dann kippte es.

Träume sind wasserfest SN/sn
Fatima und ihre Kinder Tasmin, Sahara und Osema.

Abends treibt es die Menschen in Alexandria ans Meer. Shisha-Duft weht um die Häuser, weist den Weg zur Strandpromenade, steigt in Nasenlöcher und über Balkone hinweg und löst sich irgendwo in der Abendluft auf.

Fatima geht nicht hin. Seit drei Jahren lebt die 37-jährige Syrerin nun in der Stadt. Das Meer will sie nicht sehen. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an jene Nacht im Oktober 2013, als sie mit ihren drei Kindern die Überfahrt in Richtung Europa wagte. Vier Monate zuvor war die Familie aus Damaskus mit dem Flugzeug gekommen. Inzwischen sind ägyptische Beamte nur noch mit 4000 Dollar zu bestechen, um ein Visum für eine solche Einreise auszustellen. Die meisten Syrer fliegen deshalb in den Sudan und schlagen sich dann auf den Laderampen von Pick-ups bis zur ägyptischen Grenze durch, die sie illegal übertreten.

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