Weltpolitik

Trotz Verbots: Evo Morales strebt vierte Amtszeit an

Die regierenden Sozialisten in Bolivien wollen sich über das Ergebnis einer Volksabstimmung im Februar hinwegsetzen und die Kandidatur von Präsident Evo Morales für eine vierte Amtszeit unterstützen. Der Parteitag der MAS-Partei stimmte am Samstag einstimmig für die Aufstellung von Morales zum Spitzenkandidaten für die Wahl 2019. Morales sagte: "Wenn das Volk es will, macht Evo weiter."

Die Verfassung Boliviens verbietet Morales eine vierte Kandidatur. Im Februar hatte der Präsident ein Referendum über eine entsprechende Änderung der Verfassung abhalten lassen und knapp verloren. Auf dem Parteitag der MAS wurden nun mehrere Möglichkeiten ins Auge gefasst, dem Präsidenten dennoch eine verfassungskonforme neuerliche Kandidatur zu ermöglichen.

Unter anderem wird nun erwogen, dass Morales kurz vor der Wahl sein Präsidentenamt aufgibt, so dass er keine drei vollständigen Amtszeiten abgeleistet haben wird, was einer erneute Kandidatur im Wege stehen würde. Auch wurde ein neuerlicher Anlauf für eine Verfassungsänderung debattiert.

Morales genießt in Bolivien hohe Popularität. Die Wahlen in den Jahren 2005, 2009 und 2014 hatte er klar gewonnen. Zum Zeitpunkt des Referendums im Februar litt seine Beliebtheit allerdings unter einer Affäre um ein uneheliches Kind. Inzwischen liegen seine Zustimmungswerte in Umfragen wieder bei rund 50 Prozent.

Quelle: Apa/Ag.

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