Weltpolitik

Trump bot chinesischem Präsidenten Zusammenarbeit an

Nach wochenlanger Funkstille hat US-Präsident Donald Trump mit einem Brief Kontakt zu seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping aufgenommen. Trump, der im Wahlkampf massiv Stimmung gegen Chinas Außen- und Handelspolitik gemacht hatte, bot Xi darin "konstruktive Beziehungen" an, wie das Weiße Haus am Mittwoch mitteilte.

In Peking nahm man Trumps Botschaft positiv auf.  SN/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
In Peking nahm man Trumps Botschaft positiv auf.

Die Regierung in Peking nahm Trumps Botschaft positiv auf und bot ihrerseits Zusammenarbeit an. "Kooperation ist die einzige richtige Option für die beiden Länder", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang, am Donnerstag in Peking. Er zeigte sich "besonders erfreut", dass Trump in dem Brief seine besten Wünsche zum chinesischen Neujahrsfest in der vergangenen Woche übermittelt habe.

Der chinesische Präsident hatte Trump bereits zum Amtsantritt am 20. Jänner ein Glückwunschschreiben übermittelt. In den sozialen Medien Chinas war in den vergangenen Tagen verstärkt Entrüstung darüber geäußert worden, dass Trump die Botschaft Xis nicht gleich erwidert hatte und zum chinesischen Neujahrsfest vergangene Woche zunächst keine Grußbotschaft schickte.

In seinem Wahlkampf hatte Trump die Volksrepublik immer wieder zum Ziel wütender Kritik gemacht. Er warf ihr vor, Arbeitsplätze in den USA zu "stehlen" und die USA mit unfairen Handelspraktiken zu "vergewaltigen". Insbesondere der hohe Überschuss Chinas im bilateralen Handel erregte Trumps Zorn.

Nach seinem Wahlsieg im November dämpfte Trump seine chinakritische Rhetorik zunächst nicht. Er verurteilte den Herrschaftsanspruch Chinas über weite Teile des Südchinesischen Meeres und verärgerte Peking zudem, indem er einen Gratulationsanruf der Präsidentin von Taiwan annahm. Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.

Politische Analysten in China nahmen Trumps Brief an Xi positiv auf. Das Schreiben sei ein "sehr gutes Zeichen", dass Trump und sein Team eine "pragmatische Haltung gegenüber China" einnähmen, sagte der USA-Experte Song Guoyou von der Universität Fudan in Shanghai zu AFP. Die Pekinger Führung habe seit längerem auf eine versöhnliche Botschaft des neuen US-Präsidenten gewartet.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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