Weltpolitik

Trump diskreditiert Miss Universe und attackiert Clinton

Donald Trump versucht im US-Präsidentschaftswahlkampf mit der Diskreditierung einer früheren Miss Universe aus der Defensive zu kommen.

Trump diskreditiert Miss Universe und attackiert Clinton SN/APA (AFP)/JOSEPH L. HUGHES
Alicia Machado gerät zwischen die Fronten.

Nachdem Trump von seiner demokratischen Kontrahentin Hillary Clinton in der ersten Fernsehdebatte wegen abschätziger Aussagen an die Adresse der Venezolanerin Alicia Machado kritisiert worden war, konterte er am Freitag mit einer Verschwörungstheorie.

"Hat die korrupte Hillary der widerlichen (schaut euch das Pornovideo und ihre Geschichte an) Alicia M dazu verholfen, US-Bürgerin zu werden, damit sie sie in der Debatte verwenden kann?", schrieb Trump in der Nacht auf Freitag auf Twitter.

In einem weiteren Eintrag mutmaßte der Republikaner, seine Kontrahentin habe offenbar nichts von der Vergangenheit Machados gewusst und sie daher fälschlicherweise als "Engel" dargestellt. "Wow, die korrupte Hillary wurde von einer Betrügerin hereingelegt."

Clinton reagierte sarkastisch auf die Vorwürfe des früheren Organisators der "Miss Universe"-Wahlen. "Welcher Mann bleibt die ganze Nacht auf, um eine Frau mit Lügen und Verschwörungstheorien anzupatzen", schrieb sie auf Twitter mit Blick auf die Uhrzeit des Trump-Eintrags. "Alicia verdient Lob dafür, dass sie Trumps Angriffen so mutig die Stirn bietet."

Die demokratische Politikerin wertete den Schlagabtausch als neuerliche Bestätigung dafür, dass Trump nicht geeignet sei für den Posten des US-Präsidenten. "Wenn Donald etwas unter seine dünne Haut geht, schlägt er um sich und kann nicht aufhören. Das ist gefährlich für einen Präsidenten", so Clinton.

Clinton hatte dem Bautycoon in der Fernsehdebatte am Montag vorgeworfen, er habe "Frauen als Schweine, Schlampen und Hündinnen" bezeichnet. Konkret verwies sie auf Machado, die von Trump wegen ihrer Gewichtsprobleme als "Miss Piggy" bezeichnet worden war. Trump schien unvorbereitet auf die Attacke und brachte nur ein "Wo hast Du das gefunden?" heraus.

Nach der Debatte bekräftigte Trump jedoch seine Kritik an der Miss Universe 1996. Es sei "ein wirkliches Problem" gewesen, dass sie so stark zugenommen habe, sagte er am Dienstag. In Sozialen Medien wurde in den vergangenen Tagen auch ein demütigendes Video aus dem Jahr 1996 verbreitet, das Machado bei offenbar von Trump angeordneten Übungen in einem Fitnesscenter zeigt. Am Freitag bezeichnete er Machado auf Twitter als "meine schlechteste Miss Universe".

Mit den Aussagen zu dem angeblichen "Pornovideo", die US-Medien aber nicht verifizieren konnten, will Trump nun offenbar aus der Defensive kommen. Bisher ist nur bekannt, dass sich Machado für die mexikanische Ausgabe des "Playboy" ausgezogen hat und auch in Reality-Sendungen aufgetreten ist.

Der Republikaner könnte es mit seinen Attacken gelingen, gleich zwei Wählergruppen weiter zu vergraulen, bei denen er derzeit ohnehin nicht so gut liegt: Frauen und Hispanics. Letztere hat er schon mit seiner vollmundigen Ankündigung, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten und illegale Einwanderer aus den USA befördern zu wollen, vor den Kopf gestoßen.

Quelle: APA

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