Weltpolitik

Trump empfängt May als ersten Staatsgast aus dem Ausland

US-Präsident Donald Trump empfängt am Freitag kommender Woche die britische Premierministerin Theresa May in Washington. Mays Besuch werde Trumps erstes Treffen mit einem ausländischen Staatsgast im Weißen Haus sein, so sein Sprecher Sean Spicer. May kündigte an, nicht vor Kritik am neuen US-Präsidenten zurückschrecken.

May reist mit Brexit-Agenda nach Washington.  SN/apa
May reist mit Brexit-Agenda nach Washington.

"Wenn es etwas geben sollte, das ich für inakzeptabel halte, dann werde ich mich nicht scheuen, das Donald Trump auch zu sagen", sagte May am Sonntag im britischen Sender BBC. Sie werde das Treffen nutzen, um unter anderem die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und den USA zu diskutieren. Weitere Themen seien die NATO und der Kampf gegen den Terrorismus.

May sagte, sie habe Trump bereits für seine Äußerungen über Frauen kritisiert. Wenn sie sich mit ihm an einen Tisch setzen werde, dann sei die deutlichste Aussage über die Rolle der Frauen diejenige, dass sie als eine Premierministerin dort sei.

Spicer kündigte darüber hinaus ein Treffen von Trump mit seinem mexikanischen Amtskollegen Pena Nieto am 31. Jänner an. Das hätten Trump und Pena Nieto bei einem Telefonat vereinbart, sagte Spicer, der den mexikanischen Präsidenten fälschlicherweise als "Ministerpräsidenten" bezeichnete.

Bei dem Treffen werde es um Handelsfragen und die Themen Einwanderung und Sicherheit gehen, sagte Trumps Sprecher. Als ersten Schritt werden am Mittwoch und Donnerstag Schritt Außenminister Luis Videgaray Caso und Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo Villarreal in Washington Gespräche führen.

Zuvor hatte Mexiko bereits von dem Telefonat der Staatsführer berichtet und ein baldiges Treffen angekündigt. Pena Nieto habe Trump zur Amtseinführung gratuliert und beide hätten vereinbart, einen "neuen Dialog" zu beginnen, erklärte das Büro des mexikanischen Präsidenten.

Trump will das Freihandelsabkommen NAFTA mit Mexiko und Kanada neu verhandeln oder aufkündigen. Zudem will er mit einer Mauer an der 3200 Kilometer langen Grenze die illegale Einwanderung stoppen. Die Kosten dafür soll das Nachbarland tragen. In den USA leben rund elf Millionen Mexikaner, rund die Hälfte von ihnen ohne Aufenthaltsberechtigung. Ihre Überweisungen sind ein wichtiger Devisenbringer für Mexiko. Trump will sie nun abschieben.

Nach der Amtseinführung war es in Mexiko-Stadt zu Protesten gegen den neuen US-Präsidenten gekommen. "Donald Trump - Hass-Säer" und "Mexiko ist mehr als Trump" war auf Transparenten zu lesen. "Wir weisen den rassistischen Diskurs des Herrn Trump zurück", sagte ein Redner. Am Rande zündeten Demonstranten eine US-Flagge und eine Trump-Puppe an. Trump hatte die Mexikaner im Wahlkampf als Vergewaltiger und Drogenhändler verunglimpft.

Unterdessen will Papst Franziskus dem viel kritisierten neuen US-Präsidenten Donald Trump eine Bewährungschance geben: "Warten wir ab, was er macht, und danach wird bewertet", sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche in einem Interview mit der spanischen Zeitung "El Pais" (Sonntag). Franziskus wies in diesem Zusammenhang auf "Prophezeiungen von Unglücken oder von Reichtümern, die danach nicht eintreten", hin.

Mit Kritik an Populismus hielt sich Franziskus allerdings nicht zurück. In Krisenzeiten suchten die Völker oft nach "Rettern", die sie "mit Mauern und Stacheldraht vor anderen Völkern" beschützen, "die uns unsere Identität nehmen könnten". Das sei "sehr schlimm". Als warnendes Beispiel nannte der Jesuit das Naziregime im Deutschland der 1930er-Jahre. "(Adolf) Hitler hat nicht die Macht gestohlen. Er wurde von seinem Volk gewählt und danach hat er sein Volk zerstört", sagte der Papst und fügte an: "Darin liegt die Gefahr. Das Urteilsvermögen funktioniert in Krisenzeiten nicht." Daher sei Dialog in solchen Zeiten sehr wichtig.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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