Weltpolitik

Trump sagte Militärparade ab und gab Washington Schuld

US-Präsident Donald Trump hat die für November geplante Militärparade abgesagt und den Politikern der Bundeshauptstadt Washington die Schuld dafür gegeben. Die Vertreter der Stadt hätten einen "lächerlich hohen Preis" für die Parade veranschlagt, deswegen habe er sie abgesagt, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Er stellte aber in Aussicht, dass die Militärschau im nächsten Jahr stattfinden könnte.

Trump von Paraden beeindruckt SN/APA (AFP)/MANDEL NGAN
Trump von Paraden beeindruckt

Die Kosten für das Event waren tatsächlich auf Kritik gestoßen. Allerdings bezogen sich die hohen Summen vor allem auf den Beitrag des Pentagons. Das Weiße Haus hatte die Kosten auf einen Wert zwischen zehn und 30 Millionen Dollar taxiert. Zuletzt berichtete der Sender CNBC aber über eine Schätzung in Höhe von 92 Millionen Dollar.

Das Verteidigungsministerium hatte bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) mitgeteilt, dass die Parade nicht mehr in diesem Jahr stattfinden soll. Trump kündigte am Freitag an, am 11. November an Feierlichkeiten in Paris teilnehmen zu wollen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will dort zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands im Ersten Weltkrieg zahlreiche Spitzenpolitiker der einstigen Kriegsparteien versammeln. Anfang des Jahres hatte er angekündigt, rund 80 Staats- und Regierungschefs einzuladen. Nähere Details zum Ablauf der Gedenkfeierlichkeiten sind bisher nicht bekannt.

Trump hatte die Idee einer Militärparade in Washington im September 2017 aufgebracht, nachdem er von Macron zur traditionellen Parade auf den Champs Elysees in Paris eingeladen worden war und vollends begeistert davon war. Trump sagte mit Blick auf den US-Nationalfeiertag, die USA könnten "so etwas am 4. Juli in Washington auf der Pennsylvania Avenue machen". Diese verbindet das Weiße Haus mit dem Kongress. Anfang Februar kündigte das Weiße Haus an, Trump wünsche sich eine solche Parade, um die Stärke des US-Militärs zu unterstreichen.

Während die Idee bei vielen US-Bürgern auf ein positives Echo stieß, kritisierten US-Medien die hohen Ausgaben und zogen einen Vergleich mit den Kosten für die gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas. Trump hatte nach seinem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Juni gesagt, Washington wolle die hohen Kosten dieser Übungen einsparen - Nordkorea sind die Manöver seit jeher ein Dorn im Auge. Später stellte sich heraus, dass die Manöver 14 Millionen Dollar kosten und damit deutlich weniger als die Parade.

Quelle: Apa/Ag./Dpa

Aufgerufen am 16.12.2018 um 08:50 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/trump-sagte-militaerparade-ab-und-gab-washington-schuld-38883604

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