Weltpolitik

Trump sichert Poroschenko Hilfe bei Streben nach Frieden zu

In einem ersten Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko hat US-Präsident Donald Trump zugesichert, er wolle zusammen mit Kiew und Moskau für ein Ende des Konflikts in der Ostukraine arbeiten. Poroschenko erklärte, beide Seiten hätten "tiefe Besorgnis" über die "Eskalation der Gewalt" geäußert.

Poroschenko betonte gutes Gesprächsklima.  SN/APA (dpa)/Rainer Jensen
Poroschenko betonte gutes Gesprächsklima.

Poroschenko bemühte sich um eine besonders positive Interpretation des Gesprächs, nachdem er Trumps Annäherungsversuche an Russlands Staatschef Wladimir Putin mit Misstrauen verfolgt hatte. Trump und Poroschenko befürworteten eine "Wiederbelebung des Dialogs auf allen Ebenen" zwischen Kiew und der neuen Regierung in Washington, erklärte die ukrainische Präsidentschaft.

Vor einer Woche hatten Trump und Putin telefoniert. Beide Seiten hatten das Gespräch anschließend als "konstruktiv" bezeichnet.

Das Telefongespräch mit Poroschenko fand vor dem Hintergrund eines Wiederaufflammens der Gewalt in der Ostukraine statt. Bei Kämpfen zwischen Soldaten und prorussischen Separatisten im Gebiet um die Städte Donezk und Awdijiwka kamen seit vergangenem Sonntag mindestens 35 Menschen ums Leben.

Am Samstag beruhigte sich die Lage in Awdijiwka ein wenig. Nach wie vor gab es aber keinen Strom für die rund 25.000 Zivilisten in der Stadt, die etwa zehn Kilometer nördlich der Rebellenhochburg Donezk liegt.

Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld, gegen den eigentlich seit Dezember geltenden Waffenstillstand zu verstoßen. Das im Februar 2015 in Minsk geschlossene Friedensabkommen ist bis heute nicht vollständig umgesetzt. Bisher wurden in dem seit April 2014 andauernden Konflikt mehr als 10.000 Menschen getötet.

Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, hatte am Donnerstag das "aggressive" russische Vorgehen in der Ostukraine verurteilt. Sie fügte vor dem UNO-Sicherheitsrat in New York hinzu, die von den USA gegen Moskau verhängten Sanktionen blieben in Kraft, "bis Russland die Kontrolle über die Halbinsel an die Ukraine zurückgegeben" habe.

Derweil wurde der Militärchef der selbstproklamierten Volksrepublik Luhansk in der Ostukraine bei einem Anschlag getötet. Wie Medien der prorussischen Rebellen berichteten, starben Oleg Anaschtschenko und ein weiterer Mensch, als am Samstag in der Hauptstadt Luhansk eine Autobombe explodierte. Die Medien beschuldigten ukrainische Truppen, das Attentat verübt zu haben. Die prowestliche Zentralregierung in Kiew wies das zurück.

Im vergangenen August war der Präsident der international nicht anerkannten Volksrepublik Luhansk, Igor Plotnizki, bei einem Anschlag verletzt worden. Auch in der benachbarten selbst erklärten Volksrepublik Donezk wurden zuletzt mehrere Rebellenführer getötet.

Quelle: Apa/Ag.

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